glet du Fresnoy, in der neuesten Zeit noch Batsch, Frank,Ideler u, s. w. haben ihre Zeit und Mühe diesem undankbarenGeschäfte gewidmet, und der Erfolg war, daß wir nun über hun-dert verschiedene Systeme besitzen, die um mehr als 1400 Jahrevon einander abweichen, aber eines wie das andere, nach Boling-brokes treffendem Ausdrucke, den Zauberschlössern ähnlich sind, diebei Auflösung des Zaubers, oder bei näherer Betrachtung, inNichts zergehen.
Bei der schon aus diesen wenigen Bemerkungen hervorgehen-den moralüHen Unmöglichkeit, jemals mit der alten Zeitrechnungin's Reine zu kommen, bleibt uns nichts anderes übrig, als durcheine konventionelle Jahresbestimmnng für die nach ihrem,möglichst sorgfältig eruirten Zeitverhältniß geordneten Thatsachendem Gedächtniß und der Imagination zu Hilfe zu kommen. Manhalte sich demnach durchgängig an ein — es gilt fast gleichvielwelches — System, suche' einige Jahrzahlen für Hauptfacten, vor-züglich runde, oder sonst leicht zu behalten de, namentlichkürzere Zahlen (welche zu gewinnen, es mehrere Methoden gibt)dem Gedächtniß einzuprägen, und sich das Behalten des Zeitzn-sammenhanges oder Abstandes der übrigen Begebenheiten durchöfteres Ansehen von zweckmäßig hierzu eingerichteten Tabellen,durch Reflektiren auf die reelle Verknüpfung der Fakten oderPersonen, oder durch sonstige Jdeenaffociation und mnemonischeHilfsmittel zu erleichtern (s. Schlözers Einleitung in die Welt-geschichte). Wir halten uns an die hebräische Zeitrechnungnach Dionysius Petavius Berichtigung, und halten uns anihn öfters auch da, wo wir Gründe hätten, ihn eines Irrthumszu zeihen; weil es uns zweckmäßiger scheint, dergleichen kleinereVerstoße unbemerkt zu lassen, als durch angebliche Verbesserungen— welche denn doch wieder -nicht Allen gefallen würden — dieabschreckende Menge chronologischer Systeme zu vermehren. Da-rum haben wir auch das Alter der Patriarchen nach MosesAngabe als Zeitmesser in der vorsündfluthigen Welt beibehalten,ungeachtet wir jene Angabe keineswegs zu vertheidigen gedenkemAber mag es mit jener Zählung was immer für eine Bewandt-niß haben; es sind, wie schon oben bemerkt ward, »och andereGründe vorhanden, der Welt, d. h. dem Menschengeschlecht eine