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erzählen hat, fast ausschließend auf die Revolutionen der Haupt»stadt oder die Hofhaltung des Weltbeherrschers beschränkt. Selbstdie Namen der meisten Nationen gehen unter, wie ihre geneti-sche» Charaktere, und es wird der edelste Theil der Menschheitmeine willkürlich abgetheilte Heerde verwandelt, die gegen denHerrn in keine Betrachtung kömmt. Wenn wir, betrübt überdieses Schauspiel, den Blick nach Jenseits der Römischen Grenzewenden, so sehen wir, so weit das Dämmerlicht es verstattet, inOsten — in Parthien, oder nachmals (dem mittlern) Per-sie», und in Sina— ein ähnliches Schauspiel; in Süden isttodte Wüstenei; in Norden und Nordosten aber, in ungezähmterWildniß, springt der Geist des Muthes und der Freiheit. DieWälder Germaniens und die weiten Steppen des Scythen-landes, worauf bis dahin ein fast undurchdringliches Dunkelgeruht, öffnen sich dem historischen Blick, und mit neu gewecktemInteresse betrachten wir die rohen, ungeschwächten Sohne derNatur, welche das Verhängniß dazu erzogen hatte, das verdor-bene Blut der RömliNge zu erfrischen, und der dahin sterbendenMenschheit ein neues Leben zu ertheilen,
Ein wenigstens flüchtiger Blick auf die wichtigsten der vonden angedeuteten Grenzen umschlossenen Länder ist nöthig zumleichten Verständniß und Ueberschauen ihrer Geschichten.
Von Asien, dem Ursitz unseres Geschlechts, wenigstens derKultur,'ist doch nur der südliche Theil, ja von diesem nur diewestliche Hälfte, vom historischen Lichte bestrahlt. Von Sinakennt man noch nichts; von dem durch Natur und Handel über-reichen Indien wenig mehr als die Eintheilung in das dieß- undjenseits des Ganges gelegene Land und — zumal durch Alexan-ders N. Zug erhellt — die näheren Umgebungen des Indus undeiniger seiner Nebenflüsse.
Vom Indus bis zum Euphrat ist der näher bekannteSchauplatz vielfach wechselnder Revolutionen und weit gebietenderMächte. Unser Blick ruht allererst auf ihm.
Zwischen, und an den beiden Flüssen Euphrat und Tigris,von ihrem Austritt aus dem armenischen Bergland bis zu ih-rer Vereinigung, und weiter bis zum Erguß des vereinten Stro-mes in den Persischen Meerbusen, liegen drei Länder, Meso-