Band 
Erster Band. Alte Welt.
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befruchtete, oder er versieget in schlecht verwahrtem Grund. Sonatürlich diese allgemeine Darstellung ist, und so befriedigend dieGelehrten den Ursprung, das Wachsthum, den Charakter der Kul-tur und Aufklärung bei den einzelnen Nationen aus solchen ge-sammelten Daten zu erklären vermeinen, so sind doch außer den-selben zwei weitere Potenzen wirksam, ohne welche unser Geistvielleicht noch heut zu Tage in seiner Kindheit wäre: Zufallund der Götterfunke des Genie's. Viele Erfindungen (wie jenedes Glmes), an welche sich ganze Reihen von andern und dieVervollkommn»!; der wichtigsten Zweige des Wissens (als Optik,Astronomie rc.) anreihen, sind nicht das Produkt der allgemeinenVerhältnisse nach Ort, Zeit und Gesellschaft, sondern eines abge-rissenen Zufalls (d. h. für unser Auge) gewesen; und die gün-stige Verkettung der Umstände würde nur eine späte und unvoll-kommene Kultur hervorgebracht haben, wenn nicht einzelne über-legene Geister, welche gleichsam unmittelbar vom Himmel dieWeihe zu Lehrern der Menschen erhalten, erschienen wären, undmit über das Maaß der gemeinen Natur gehenden Kräften ander Erleuchtung und Veredlung ihres Geschlechtes gearbeitet hät-ten. Zwar Manches, was von solchen großen Volkslehrern erzähltwird, ist wohl nur Mythe, oder wenigstens schwärmerische Ueber-treibung; aber sollte auch niemals ein Oannes unter den Ba-bploniern, ein Hermes unter den Aegypteru, ein Thvthoder Thepth in Pbönizien, ein Sommona-Kodo in in O st-asien gewesen seyn, so sind doch gewiß, schon in vorhistorischenZeiten, hier und dort außerordentliche Genie's aufgestanden, wel-che, so wie Orpheus bei den Griechen, oder später Manco-Kapak in Peru, durch eine höhere, ihnen einwohnende Kraft un-ter rohen Völkern die Bahn der Erkenntniß brachen; und es sindfortwährend auf dieser Bahn einzelne große Geister dem übrigenGeschlecht wie strahlende Leuchten vorangegangen.

Doch nur in so fern sie in Wirkung und Besitz von Einzel-nen auf Viele übergehen, nur in so fern sie der Traditioneinverleibt werden, gehören Erfindungen, Künste und Wissenschaf-ten der Menschheit an. Der Kanäle oder Mittel hierzu gibt esvorzüglich zwei: Sprache und Schrift; die Erste, die man einunmittelbares Werk der göttlichen Einsetzung nennen kann, die