Band 
Erster Band. Alte Welt.
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ähnlich. Ihm wird eine Lebensgefährtin zu Theil, die Fleischvon seinem Fleisch, und Blut von seinem Blute ist, damit sie auchfortan von ihm unzertrennlich, und wie ein Wesen mit ihm sey.Wer mag verkennen, daß wir Alle von ibin, dem Erd mann(Adam) und von ihr, der Lebendigen (Eva) abstammen, dawir Alle die nämliche Natur und Wesenheit und Bestimmunghaben.

Mit gleicher philosophischer Wahrheit wie die Entstehungist auch die Geschichte der ersten Menschen erzählt. Ihr ersterWohnsitz war ein Garten, also ein mildes, gesegnetes Land,wie eS der neugeborene Mensch — ohne Kunstfertigkeit und Erfah-rung — zur Fristung seines Daseyns bedurfte. Auch die geo-graphische Lage des Paradieses wird also beschrieben, daß derunbefangene philosophische Geschichtschreiber der Menschheit darindie Stelle erkennt, wohin er selbst den Ursitz unseres Geschlechtessetzt. Ein östlich von Vorderasien gelegenes Gebirgsland, welchemmehrere mächtige Ströme entfließen; also die mittlere StreckeHochasiens, von der, nach den Forschungen der Naturkundigen,die meisten für den Menschen wichtigen Pflanzen- und Thierge-schleebter stammen, sonach vorzüglich geeignet zur ersten Heimathdes Menschen selbst, so wie zum Eentralpunkt seiner weiter» Aus-breitung.

Aber bald verlor sich die paradiesische Unschuld. Von derSchlange verleitet, genossen unsere ersten Eltern die ihnen verbo-tene Fruckt des Baumes der Erkenntniß, und wurden dafür durchdie Vertreibung aus Eden und andere physische Uebel, endlich auchdurch die Verhängung der Sterblichkeit, bestraft. Die Deutungdie er Mythe, welche, wie viele andere Versuche von Nolkslehrern,den Zweck hat, die Erfahrung der unzähligen Uebel in der Weltmit der Idee eines allweisen, gütigen und allmächtigen Schö-pfers zu vereinbaren, ist nahe liegend. Sie erscheint nämlich hier-nach als ein Philosophem, welches das physische Uebel nurals Folge und Bestrafung des moralischen Bö seit darstellt.Sonach ähnlich der Büchse Pandorens und mehreren andern,eine gleiche Tendenz zeigenden Mythen verschiedener Völker. Aberdie mosaische zeichnet sich abermals durch sinnvollere und wah-rere Bilder aus. „Ein einziger verbotener Baum ist im Para-