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2 ) Nein war eine Stadt des Krieges. Auf diesen war dieGröße, ja das Daseyn derselben gebaut; alle Gesetze, alle Staats-eiurichtungen, auch die Sitten und Gebräuche gingen auf mili-tärische Größe; der Gipfel des Ruhms war der Triumph-Die Künste des FriedenS mögen aber nicht gedeihen unter demGeräusche der Waffen, und es flieht aus Feldlagern die schönereGesittung.
3) Auch schien dieselbe den Häuptern des Staates kaum derPflege werth, sogar gefährlich. Wie sehr hat nicht der ältereCatv noch gegen Griechische Künste geeifert! — Also nichts vonAnstalten zur Beförderung der Kultur, von Benützung oder Er-höhung eines thätigen Wetteifers, von öffentlichen Spielenim Sinne der Griechischen Spiele. Tapferkeit, politische Tugendund Römerstvlz, weiter brauchte man nichts.
4) Selbst die Religion der Römer diente einzig und alleindein Staate. Man mag allerdings im Gegensatz der Griechi-schen poetischen Religion jene der Römer eine kalt prosaischenennen. Nicht Dichter, nicht einmal Priester: Staatsmännerhatten sie entworfen, sie in Glaubenssätzen und Gebräuchen syste-matisch geordnet, und durchaus zur politischen Maschine gemacht.Daher ließ sie das Herz kalt, gab der Imagination keine Flügel,und keine Begeisterung der Kunst.
5) Weiter geschah in Rom durch die Macht der Umständeder Uebergang von der Rohheit zur Verfeinerung allzuschnell,und zwar gerade in der Zeit, als durch den reißenden Lauf derEroberungen ungeheure Schätze und mit ihnen alle Leidenschaftenund Laster in die von; Glück berauschte Stadt zogen. An dieStelle der alten Simplicität kam jetzt urplötzlich — nicht etwader feinere Attische Lebensgenuß, sondern Asiatische Schwelge-rei; nicht das Edle, Erhebende der Kunst, sondern das Luxu-riöse derselben wurde gesucht; es trat die Civilisation im Geleitder Korruption, ja der tiefsten Verworfenheit ein. Auch die Grie-chen waren in Verderbniß gesunken; aber erst nachdem sie eineschöne Kulturperiode verlebt hatten, und es blieben die Spure»und Wirkungen derselben noch in den spätesten Zeiten zurück.
9) Endlich verloren die Römer bald nach Einführung derKultur ihre Freiheit, nachdem sie zuvor die Schrecknisse der