181
gciien Macht. 64 Jahre lang hatte dieses — unter 9 Königen— einen Schimmer von Freiheit genossen, jetzt kehrten die Tagedes Kambyses wieder; es flössen Strome von Blut; die Schä-tze des Landes wurden geraubt, die Heiligthümer geschändet, undselbst die Götter gewürgt. Aber Bagoas, der ägyptisch« Eunuch,welcher Günstling des Königs geworden, wurde Apis Racker,vergiftete LchuS, und mißhandelte noch die Leiche in heiligerWuth. Auch seine Söhne wurden geschlachtet bis auf den Jüng-sten, Arses (3646), welchen etwas später das nämliche Schick-sal traf.
Der Bösewicht BagoaS berief jetzt zur Krone den einzigennoch übrigen Sprößling von Hystaspes Hause, den unglückli-chen DarinS Codomannus (3648). Derselbe, nach den Schil-derungen der Schriftsteller, ein gutmüthiger Fürst, erlag demVerhängniß, welches unausweichlich jetzt über Persien hereinbrach.Schon unter Ochus hatte sich das Gewitter zusammengezogen.Die getrennten, ausgearteten und daher jetzt minder furchtbarenGriechen waren plötzlich unter der Mace Konischen Herrschaftvereint, ihr sonst nnstater Sinn, und ihre durch innern Zwistsonst hingehaltenen Kräfte nach einer gemeinschaftlichen äußernUnternehmung, Bekriegung der Perser, gerichtet worden. Dieverbundene Macht Macedoniens und Griechenlands unterEinem so erfahrnen, der Herrschaft und des Krieges kundigen Füh-rer als Phlipp H-, war an sich selbst schon dem großen, aber'vnerlich kranken Reiche des Cprus überlegen. - Dieß natürliche^sißverständniß wurde vergrößert, als nach Philipps Ermordungdessen Sobn Alexander 4l. das ganze Gewicht seines Geniesr>nd den Impuls seines Feuerkopfes in Macedoniens WaagschaleUgte. Am Granikus, bei Jssus und in den Gefilden vonArbela wurde, was auch die Anstrengungen der Perser waren,der Beschluß des Schicksals erfüllt. Der Thron des Cyrus fiel.Sein Sturz jedoch kann uns nicht betrüben. Wenig hatte dieses^erserreich der Menschheit genützt. In ihm war der Despotismus^st begründet, und zur ungeheuer» Ausdehnung gebracht worden.
Völker hatten alle männliche Tugend gegen leidenden Gehör-en, das rege Gefühl des Lebens gegen todte Apathie vertauscht,