240
nach dreimal erneuertem, immer mit Kraft und Ruhm, aber auchimmer mit Unglück geführtem Krieg, zum Verlust aller Hilfs-quellen auch noch die Empörung zweier Söhne gekommen, derheldenmüthige Greis durch Selöstentleibung einen Seiner würdi-gen Tod nahm (3921). Jetzt war Pontus eine Römische Provinz.
Auch in Epirus tritt nur eine Hauptgestalt hervor — Ppr-rhus der Aeacide. Unter den vielen großen Feldherren seinerZeit war Keiner über ihm, und bei dem vielfältigen Wechsel sei-ner Schicksale möchte man sagen, daß immerdar das Glück ihnverfolgt, und Er sich selbst durch Geist und Muth wieder erhobenhabe; wenn nicht auch sein Unglück meist eine Folge seines Ueber-muths und seiner Herrschsucht gewesen wäre. Nicht weniger alsdreimal gegen Demetrius, gegen Lysimachus und gegenAntigonus Gonnatus, gewann und verlor er Macedonien;Er streckte nach Italien, Sicilien, Karthago seine Händeaus, und starb, auf einem Kriegszug in den Peloponnes, inArgos durch die Hand eines Weibes (3712). Seine Nachkom-men regierten noch bis 3780, da Epirus eine republikanische Formannahm. Jetzt war es ein Spielball Macedoniens und daraufder Römer, welche es einige Zeit nach Perseus Besiegung zurProvinz machten (3838).
Die Stadt Rhvdus wurde im Peloponnesischen Kriege ge-baut, und herrschte bald über die ganze Insel. Sie selbst blieb,mit geringer Unterbrechung, selbstständig bis zum Ende der Pe-riode, und groß durch Handel und Seemacht. Sie zwang Bv-zanz, den Zoll aufzuheben, welchen dieses auf die Durchfahrtin's schwarze Meer gelegt (3761). Später erwarb sie durch Al-lianz mit Rom gegen Philipp und Antioch ansehnliche Län-der. Aber Cassius demüthigte sie, und wiewohl Antonius si^für frei erklärte, blieb sie doch der That nach Unterthan.