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Erster Band. Alte Welt.
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ger in Oberitalien hauSten, zog unter BrennuS Anführung ge-gen Clusium in Hetrurien, neue Wohnsitze begehrend. DieRömischen Gesandten, die den Frieden vermitteln sollten, belei-digten das Völkerrecht. BrennuS schwur Rache. Am Allia er-litt der Römer Heer, von Kriegstribunen befehligt, eine völligeNiederlage (3594). Die Stadt wurde eingenommen „,id verbrannt.Mit Noth hielt sich das Kapitol — durch Wachsamkeit derJunonischen Gänse, wie die Legende erzählt — und durch Man-lius Muth. Aber CamilluS, welcher damals, durch die Tri-bunen vertrieben, in Ardea lebte, sammelte ein Heer, schlug dieGallier, und strafte den Uebermuth, womit Brennus die Römerim Kapitol behandelte, durch völlige Vernichtung. So erzähltder patriotische LiviuS. Als der Sturm vorüber war, wurde dieStadt wieder gebaut. Cami llus bewirkte diesen Entschluß, nichtohne Mühe; denn viele hatten vorgeschlagen, nach Veji zu ziehen.

Aber die alte Zwietracht herrschte in dem wieder erbautenRom. Persönliche Leidenschaft und Standesvorurtheil sprachenlauter, als patriotisches Gefühl. Die Patrizier opferten den Ret-ter des Kapitols, den populären Manlius, ihrer Wuth, weil erDerräther an seinen Adelsgenossen schien. Die Gleichstellungder beiden Stände, das Einzige, was die Plebejer wollten, undwodurch allein die Nation erstarken konnte, war ihnen ein Gräuel.

Die Kraft und Ausdauer einiger großer, von ihrem Rechtdurchdrungener Plebejer errang endlich jenen hohen Preis; undin dem Mährchen von Fabius Ambustus eitler Tochter lesenwir bloß die ohnmächtige Erbitterung der überwundenen Aristo-kraten. Die Tribunen Licinius Stolo und L. Sectius er-neuerten die Forderung der Zulassung der Plebejer zum Konsulat.Hartnäckig war der Widerstand des Senates. Er wußte selbsteinige Tribunen auf seine Seite zu ziehen. Aber jene beidenVolksführer erhielten sich zehn Jahre in ihrem Tribunal, hinder-ten die Wahl der übrigen Staatsbeamten, standen fest selbst ge-gen den großen Diktator Camillus, und erstritten endlich nachden heftigsten Bewegungen und mehrjähriger Anarchie das Konsu-lat für ihren Stand (3618). Zwar erhielt Camillus noch füreine Weile die richterliche Macht durch die Errichtung derPrä-tnr, und die polizeiliche durch jene des Curulischen Aedi-