derzureißen und eine andere zu bauen weit weg vom Meere undohne Mauern.
Als die Karthager dieses vernabmen, ergriff sie die äußersteVerzweiflung. Einmüthig beschlossen sie, ihre theuere Stadt z» ^retten oder zu sterben. Niemals sonst wurde auf so glänzendeWeise gezeigt, was ein auf's Aeußerste gebrachtes Volk vermag- !
Gegen die sieggewohnten Legionen hielt sich die hilflose Stadtheldenmüthig bis in's dritte Jahr. Mehrere Konsularische Heerewurden geschlagen, es schien die Kraft der Belagerten täglich ZUwachsen; fast zagten die Römer. Da ernannten sie den junge»Scipio Aemilianus (Paul Aemits Sohn, aber durch Adop-tion des afrikanischen Scipio Enkel) zum Konsul. Die Legio-nen erhielten neuen Muth durch seinen Anblick, Kriegszucht durchseine Strenge, durch seinen Genius den Sieg. Die Karthagerthaten mehr als glaublich ist. Der Hafen war durch einen Dann»gesperrt, wunderbar schnell wurde eine neue Mündung gegraben,und der Feind durch eine neue Flotte geschreckt. Zwei Mauer»waren gefallen, die dritte hielt. Das Heer vor der Stadt wurdegeschlagen, alle Zufuhr gehemmt; man trotzte dem Hunger wiedein Schrecken des Kriegs. Endlich drang Scipio bei Nacht i»den letzten Hafen; der untere Theil der Stadt wurde genommen,die obere Stadt und das Schloß (Byrsa) ergaben sich nicht.Da stürmte Scipio, sechs Tage und sechs Nächte lang; in alle»Straßen, Plätzen, Häusern floß Blut. Die Karthager, in wilderVerzweiflung, stritten fort; endlich, als alle Hoffnung verloren war,zündeten sie die Stadt an, und todtsten sich selbst in ihren Hä»-fern, Tempeln, über den Gräbern der Vater. Siebenzehn Tagebrannte die herrliche, übergroße, unglückliche Stadt; die Römer,auf Befehl des Senats/vollendeten den Ruin.
So verschwand von der Erde, nachdem es hundert und zwan-zig Jahre mit Rom gewaltig gestritten, das weitherrschende, dei»Handel freundlicbe Volk von Karthago, groß in seiner Blüthe,im Fall noch größer (3837).
Kümmerliche Ueberreste von ihm mögen in's innere Afrika— vielleicht bis jenseits der Wüste (Toinbuktu soll von ihnenden Ursprung haben) geflüchtet sehn; Andere durch der RömerGnade namenlos im Land der Väter gelebt haben. Gebaut