proklamirt werden sollte. Nachdem dieser Bösewicht sein Dermo«gen durch Verschwendung erschöpft, seinen Kredit durch Verbre-chen eingebüßt hatte, blieb ihm zur Herstellung des Glückes keinMittel als Raub, zur Erlangung des Ansehens keine Aussichtals die allgemeine Zertrümmerung übrig. Viele junge Leute ausden ersten Häusern befanden sich in gleichem Fall mit ihm; An-dere wurden durch Privathaß und individuelle Zwecke verleitet;Viele durch das, Ansehen der Hauptverschworenen, durch falscheIdeen von den Zwecken derselben gewonnen. Auch schien die Ent-fernung des Pompejus mit den besten Truppen das Unterneh-men zu erleichtern, und der muthmaßliebe Beitritt der VeteranenSulla's (dessen beide Enkel unter den Verschworenen waren) dengünstigen Erfolg zu verbürgen.
Von dieser großen Gefahr wurde Rom durch M. Tüll insCicero befreit, einen Mann, dessen Name allen Freunden desGuten und Schönen theuer, und nur, durch Ihn berühmt ist.Cicero, von einer geringen, jedoch ritterlichen Familie in Ar-pinum geboren, wurde zu den höchste» Staatswürden Roms,dir er alle in regelmäßiger Folge trug, weder durch Gunst, nochGewalt, noch,Bestechung erhoben, sondern einzig durch seinenpersönlichen Werth. Auch sah man noch selten wie bei ihm soherrliche Geistesanlagen mit so trefflicher Ausbildung und mit soedler, so rastloser Anwendung vereinbart. Den glänzenden Mutheines Pompejus, die stoische Würde eines Cato hatte er nicht;aber er war weise und tugendhaft, und liebte innig sein Vater-land, die Freiheit und das Recht. Gerne vergessen wir über so edlenZügen, zu welchen noch sein glänzendes Verdienst um die Wis-senschaften kommt, die kleinen Schwächen der Eitelkeit, Ruhmre- jdigkeit, des Wankelmuthes, die er so unbefangen in seinen Schrif-ten verräth, und jene politischen Mißgriffe, wofür er selbst ammeisten büßte.
Cicero, der damals Konsul war, hatte die Verschwörungscharfsichtig erspäht, mit vieler Klugheit sich die Beweise derselbenverschafft, und durch weise Entschlossenheit den frechen Catilinazur Entfernung aus Rom gezwungen. Ein Senatsbeschluß hatteihm, wie in großen Gefahren, die höchste Macht verliehen. Alsoließ er die Schuldigen greifen, brachte sie zum Gcständniß, und