Band 
Erster Band. Alte Welt.
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und besiegte sie. Der sowohl aus Furchtsamkeit als aus natür-licher Anlage grausame Constantinus rächte die Empörung durchblutige Gerichte (Z55).

Indessen hatte Gallus zu Antiochien durch Schwelgerek,blebermuth und Grausamkeit sich eben so verächtlich als verhaßtgemacht. Constantius, wiewohl von gleichem moralischem Un-wertb , sah mißbilligend und voll Besorgniß den frechen Mißbrauchvon Gallus Gewalt, ließ den unbesonnenen, durch List eingeschläfer-ten Cäsar plöylich in Verhaft nehmen, nach Pola schleppen, und,nach dem Urtheil des Kämmerlings Eusebius, durch Henkers-hände wie einen gemeinen Missethäter sterben ( 554 ).

Auch Gallus Bruder, Julian, den allein noch übrigenSprößling des Constantinischen Hauses, hatte jener begünstigteEunuch dem Tode geweiht. Die Fürsprache der edelmüthigenKaiserin Eusebia rettete ihn, und verschaffte ihm bald die Er-nennung zum Cäsar, mit der Verwaltung der transalpinischenLänder.

Die Jugend dieses, seinen Verwandten so unähnlichen, Prin-zen war unter beständigem Drucks Kränkung und Gefahr verlebtworden. Selbst Gallus Erhebung gab ihm nur eine unbedeu-tende Erleichterung, und sein Tod neue Gefahr. Unter den Be-drängnissen seiner Jugend hatte er meist in stiller Betrachtungoder in den Schriften der Weisen Trost gefunden. Nach GallusErhöhung genoß er etwas freiern Umgang mit Gelehrten undPhilosophen, zu welche» seine Neigung ihn hinzog; und ein er-wünschter Aufenthalt in Athen vollendete seine wissenschaftlicheBildung, ohne ihm jedoch zu den Geschäften deS Kriegs und desStaats die gehörige Vorbereitung zu geben. Sein Genie ersetztediesen Mangel, und von der Schule weg zum Throne berufen,^schien er in sechsjähriger Verwaltung Galliens als einsichtsvol-ler, gerechter, väterlicher Regent, und als vortrefflicher Heerfüh-rer. Die Teutschen (zumal die Allemannen und Franken),welche mit Macht über den Ober- und Niederrhein gebrochen, 45gallische Städte zerstört, und bis in's Innerste des Landes ge-schreckt hatten, wurden durch den jugendlichen Cäsar, den Fremd-ling in den Anfangsgründeu des mechanischen Militärwesens,aber vertraut mit den wichtigsten Tugenden des Feldherrn, un-