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stille Fortleben freisinniger Ideen — selbst von äußerlich unter-drückte» Sekten — in vertrauter Ueberlieferung und meist sich ver-edelnden Nachklängen, die Befestigung von allein dem und dieunaufhaltsame Verbreitung der geistigen Schätze durch die wievom Himmel geschenkte Bücherpresse, endlich die hierdurch ent-standene, lebenskräftige öffentliche Meinung; diese und andereElemente eines verbesserten gesellschaftlichen Zustandes und derhoffnungsreich sich fortbildenden Humanität haben wir als 'diewichtigsten welthistorischen Momente in der dritten Periode desMittelalters mit dem ihnen gebührenden Interesse herausgehoben.Wer sie an seiner ernsten Betrachtung vorübergehen läßt,.der hatden Schlüssel zu den großen Umwälzungen, die ihnen folgten. Eskam dazu die mehr und mehr hervortretende Entwürdigungdes römischen Stuhles, schon durch die an Aergernissen und Lä-cherlichkeiten reiche Fehde desselben gegen König Ludwig denBaier, dann durch das langwierige Schisma, welches bei derrücksichtlosen Leidenschaft der Streitenden die wechselseitige Ent-hüllung der demutbigendsten Blößen veranlaßte, endlich durch dieSchandthaten und Frevel des — nach einer Reihe von verwerfli-chen Päpsten — als Vollendung der Verworfenheit sich darstellen-den Alexanders VI. und die allen priesterlichen Anstand ver-höhnende Politik und Kriegslust Julius des Zweiten. DieBeschlüsse der Koncilien von Konstanz und Basel, wiewohlin der Hauptsache um ihre äußerliche Geltung gebracht durchRoms nimmer ermüdende Kunst, wirkten gleichwohl fort, alsrechtskräftige Autorität und festbegründeter Stützpunkt für dieAnsprüche der Wohlgesinnten, als feierliches Anerkeiintniß der Un-terordnung des Papstes unter die allgemeine Kirchenversammlung.
. Nach allen diesen Vorbereitungen ist auch in dem allernäch-sten oder unmittelbaren Anlaß zur Reformation, so wie in allenllmständen, die sie begleiteten, und begünstigend auf ihren Fort-gang wirkten, der Finger der Vorsehung erkennbar, deren Rath-schlüssen die Menschen von beiden Parteien, ihnen selbst unbe-wußt, wunderbar dienten.
Der römische Hof, durch allzukühnes Verhöhnen des neuenZeitgeistes, durch allzugroße Uebertreibung seiner Gewalt, gabden Anstoß zur Umwälzung. Die, selbst in den finstersten Zeiten