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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Empö-uug belegt sey, zlim Tode. Gebeugt unterschrieb jetzt Jo-hann Friedrich einen traurigen Vertrag, wodurch er Verzicht aufdas Kurfürstenthum leistete, die Feste Wittenberg herausgab,von allen Bündnissen wider den Kaiser und dessen Bruder aufimmer sich lossagte, und, so lange es Karl» beliebte, dessen Ge-fangener zu seyn sich verstand. Seiner Familie wurde das Ge-biet von Gotha sammt einer mäßigen Jahresrente zugeschieden,wozu spister das Fürstenthum Altenburg, mit noch anderen kleinernBesitzthümern, kam. Das Kurfürstenthum aber, mit der Kur-würde, verlieh der Kaiser, als bedungenen Preis des Beistandes,an Moriz von Sachsen, den Stifter des noch heute regieren-den HauseS.

Auch der Landgraf von Hessen vergaß seines Trotzes undUnterwarf sich Karin, auf Treue und Glauben eines durch Ver-ünttlnng seiner Freunde abgeschlossenen zweideutigen Vertrages,üach dessen Wortlaut oder gegen dessen Wortlaut (weil hier ab-weichende Angaben vorliegen) er in langwieriger Gefangenschaftfür seine Empörung oder für sein Vertrauen büßte.

Und durch das ganze Reich ging das Schrecken voN des Kai-sers Macht. Alle Abtrünnigen erfuhren die Schwere seines Zor-nes ; aber auch die getreuen Stände seufzten über den ungewohn-ten Herrscherton und über die Last der ÄriegssteUern,

Da wurde ein Reichstag nach Augsburg ausgeschrieben,U>r endlichen Schlichtung der kirchlichen Zerwürfniß. Der Kaiserforderte die Protestanten von neuem auf, sich den Aussptüchendes Koncils zu unterwerfen. Aber so eben war dieses Koncil vondem Papst, welcher Karls schwellende Macht mit eifersüchtigenBlicken betrachtete, nach Bologna verlegt worden. Da beschloßKarl, aus eigener Machtvollkommenheit, in der Eigenschaft alsBeschi',her der Kirche, derselben wenigstens einen zeitlichenFrieden zu geben. Er verkündete daher eine, von einigen ausge-zeichneten Gottesgelehtten beider Konfessionen verfertigte, einst-weilige Glaubens - und Kirchenregel, worin die katholischen Leh-nen in möglichst sthonenden, einer verschiedenen Auslegung Raumgebenden, Ausdrücken, daneben auch einige rein protestantische^eiligste,ig als geduld et erschienen.

dieses „Interim" oder „der römisch-kaiserlichen MajestätRvtteck, A. Weltg. lll, 5