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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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Spanien über 100,000 Menschen kostete, und bewog viele Häup-ter der Verfolgten, Schuh beim türkischen Sultan, Selim II-,zu suchen. Gegen diesen erhob sich nun Philipp ini Bund mitVenedig und mit dem Papst in Waffen. Sein Halbbruder,Don Juan d'Austria, erfocht in diesem Kriege den glorreichenSeesieg bei Lepaizto (1571), welcher die Pforte zittern maebte.Aber Philipp, aus Trägheit oder Eifersucht, benüpte den Siegnicht. Die Eroberung von Tunis, durch denselben Don Juan(1573) doch nur für kurze Dauer, vollbracht, war dessen einzigeFolge. Indessen verschwendete Philipp seine Kraft im fruchtlosenKriege wider seine eigenen Unterthanen, die frelgesinnten Nie-derländer. Auch für diesen Verlust bot daS Glück ihm einenreichen Ersah an — Portugal —; aber er wußte nur wenigihn zu nüyen.

Wir haben die goldene Zeit Portugals unter Emanuel deinGroßen und unter seinem Sohne, Johann III., gesehen. Dochschon eben dieser Johann III. legte den Grund des Verfalls -weil deS Geistesschlummers — durch Einführung der Inquisitionund durch Aufnahme der Jesuiten. Als nach Johanns Toddas Reich an seinen dreijährigen Enkel, Sebastian, kam (1557),erzogen die Jesuiten den Knabe» nach ihrem Sinn. Auch nacherlangter Großjährigkeit blieb Sebastian ihnen gehorsam. Aufihre Ermunterung unternahm er mit großer Macht einen Kreuz-zug nach Afrika, um den Thronsireit zwischen zwei Maroka-nischen Prinzen zur Eroberung ihres Landes und zur Ausbrei-tung der christlichen Lehre zu benützen. Aber in der großenSchlacht bei Alcazar (1578), welche der Lvjährige Scherif Ab-dallah sterbend ordnete, erlitt Sebastian eine völlige Niederlage-Er selbst kam nimmer zum Vorschein, weßhalb man annahm,daß er unter den Erschlagenen gewesen. Mit zitternden Hände»ergriff nun der Kardinal Heinrich, Johanns III. Bruder, de»Scepter, und starb, bevor er die nöthige Fürsehung wegen derNachfolge getroffen (1580). Da erklärte sich Philipp II., alsSohn Ifabelt ens, des großen Emanuel ältester Tochter,zum Nachfolger, vbschon noch einige Nachkommen von des-selben jüngstem Sohn, Eduard, insbesondere die an den In-länder, Herzog pon Braganza, vermählte Tochter desselben-