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Aber die entsetzliche Frevelthat verfehlte noch ihres Zweckes.Vergebens ward eine jährliche Feier zum Gedächtniß des über dieKetzerei errungenen Sieges verordnet, vergebens hielt Papst Gre-gor XIII. darüber in unmenschlichem Frohlocken ein kirchlichesDankfest: die Hugenotten waren nicht vertilgt, und die Entron-nenen stärkte der Muth der Verzweiflung. Sie zu beschwichtigenerließ der feige König, schon im zweiten Monat nach der Blut-hochzeit, ein Edikt des Schutzes und des Friedens. Umsonst!die Reformirten kannten jetzt den verrätherischen Laut. IhrenSicherheitsplatz la Rochelle belagerte der Herzog von Anjouacht Monate lang mit einem gewaltigen Heer. Aber seine Machtzerschellte an dem unerschütterlichen Muth der Bürger. Also wardder vierte Religivnsfriede geschlossen (1573), und darin diefrühern Gewährungen erneuert. Für la Rochelle, welches einenköniglichen Statthalter annehmen mußte, erhielten die Reformir-ten Nismes und Montan ban; und allenthalben zeigten siestch wieder in ihrer vorigen Macht.
Bald darauf starb Carl IX. (1574. 30. Mai) nach vielen körper-lichen und Seelenleiden, unter Aeußerungen großer Gewiffenspei» undtrostloser Verzweiflung. Am Todestage ernannte er seine Mutter zurunumschränktenRegentin, bis sein Bruder Heinrich (kurz zuvor durchIntrigue zum polnischen Thron gelangt) das Reich in Besitz nähme.
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Auch säumte dieser nicht. Bei nächtlicher Weile, eilend wiekin Flüchtling, verließ er Krakau und das Polnische Land. SeineAnkunft in Frankreich bezeichnete der wieder ausbrechende Bürger-krieg. Denn Heinrich vonNavarra, nunmehr aus der Gewahr-sam des Hofes entkommen, widerrief seine Glaubensänderung,Und stellte sich von neuem an die Spitze der Reformirten. Mandrang auf eine allgemeine Staatsreform, zu welchem Ende eineVersammlung der ReichSstände begehrt ward. Kömg Heinrichseit seiner Thronbesteigung bloß frivolen oder schändlichenVergnügungen hingegeben, und über Hof- und Weiber-Jntrigue»der großen Staatsintereffen vergessend, schloß jetzt mit den Hu-genotten den fünften Religionsfrieden (1576), worin dieselbe»
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