größte Theil des hohen Adels; auch die Vornehmen unter denGemeinen, die eifrigen Anhänger dir Episkopalkirche, und —was die Wuth der Puritaner allermeist entzündete — die Ka-tholiken hielten'- mit ihm. Dagegen hatte das Parlament fastalle großen Städte und die Masse deS Volks, zumal in Süd-England, auf seiner Seite, auch die' Flotte, welche der Gesinnungder Seestädte folgte, die Armee, deren Häupter eS ernannt hatte,und endlich die fanatischen Schotten, welche aus altem Haßden Krieg wider Karl erneuerten. Nach anfangs zweifelhaftemGlück besiegten die Feldherren des Parlaments, der Graf vonManchester und Oliver Cromwell, die Truppen Karls i»der entscheidenden Schlacht bei Marstonirioore (1614, 2. Jul.)<und noch entscheidender siegten im folgenden Jahr bei Nasebv<1645, 14. J»n.) der neu ernannte Feldherr Fairfax und der-selbe Er omwell.chDer König schloß sich in Oxford ein, ohneHoffnung des Entsatzes. Denn allenthalben waren seine Anhän-ger geschlagen und zerstreut worden.
In so großer Noth entschloß sich Karl, dem Heer der Schot-ten sich in die Arme zu werfen; ein Entschluß, welchen er nurallzubald bereute. Denn als er nach gefahrvoller Flucht im schot-tischen Lager anlangte, ward er sofort als Gefangener behandelt,und in kurzer Frist ausgeliefert an seine Todfeinde, an das eng-lische Parlament. Um eine Geldsumme von 400,600 Pfund ver-kauften die Schotten ehrlos ihren Erbsürsten, und besteckten ihreGeschichte mit unauslöschlicher Makel.
Um das, was folgt, gehörig zu würdigen, muß man dieeigentlichen Triebräder der großen Bewegung in's Auge fassen.Wohl waren Einige der Gegner Karls, welche rein aus Liebe derbürgerlichen Freiheit, die sie in ihrer Natur, wie in ihre»Bedingungen klar erschaut hatten, handelten und wirkten: — die-selben standen dann auch, als die schwersten Stürme hereinbra-chen, treu um den unglücklichen König. Aber weitaus die Mei-sten — ohne Unterschied, ob Häupter oder Masse — wurden blrbvon wilder Leidenschaft, theils der gemeinen Lust an Zugell»-sigkeit und frecher Gewalt, theils aber, und vorzüglich der finster»R e lig ionslchwärmerei, beherrscht und getrieben. KirchlicheUneinigkeiten, worüber gar nie ein Hader entbrennen oder wenig'