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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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ansbedingend. Solchergestalt erlosch der Orden der Schwertbrü-der. Aber für lange Zeit blieben die Länder, die er beherrschthalte, der Schauplatz des wecbselvollsten Kampfes, die vielbestrit-tene Kriegsbeute der nordischen Mächte.

Erst Siegmund H. August hat die, der That nach wohl schonlänger bestandene Vereinigung Lithauens mit Polen durchden Reichstagsbeschluß von Lublin ( 1569 ) gesetzlich befestigt.Unter demselben König breitete die Glaubensneuerung sich mächtigi>n Reiche aus.

Nach dem Tode Sigmund H. Augusts ( 1572 ) conföderirtesich der Reichstag, und beschloß, daß kein König sich bei Lebzei-ten einen Nachfolger erwählen lassen dürfe. Hierdurch warder der Wiederholung einer freien Wahl versichert, das Reichaber, bei der anarchischen Gewalt der Landbvten, in unvermeidli-ches Verderben gestürzt. Der Reichstag bestand aus zwei Sena-ten, auS einem der Magnaten, oder der hohen geistlichen undweltlichen ReichSbeamten, und einem der Landboten, d. i. derRepräsentanten des Adels. Diese letzten rissen, unter dem Titelder Freiheit, die meiste Gewalt an sich. Weil sie alle gleichwaren, so meinte» sie, sey Eininüthigkeit der Stimmen nö-thig zu einem giltigen Beschluß. Ein einziger Landbote mochtedurch seinen Widerspruch den Reichstag zerreißen. Ein Gegen-mittel war, daß der Reichstag sich zur allgemeinen Konfödera-tion erklärte; denn bei Konföderationen galt das Stimmeumehr.ES war gesetzlich erlaubt, gegen den König sich zu konföderiren.Unter den, Adel herrschte völlige demokratische Freiheit, der ganzeStand aber herrschte.

Diesem ungebundenen Adel gegenüber stand der, durch mehrUnd mehr verschärfte Wahlkapitulationen (pscta conveota) be-schränkte, mehr und mehr in Einnahmen zurückgesetzte König, einEhrenvorstand mehr als ein Beherrscher des Reichs. Ihm warUnmöglich, durch Allianz mit einem dritten Stand gegen den2tdel sich z» stärken; denn einen dritten Stand gab es in Po-^'u nicht. Die Städte besaßen kein politisches Recht, und dieinnern waren Sklaven. Die polnische Nation war getheilt in^schetrier und Paria's.

Die nunmehr gänzlich freie Königswahl fiel, »ach langemNvtteck, A. Wcltg. iu. 12