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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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wurde jetzt ganz offen unterhandelt, und der Kongreß von Ut-recht nahm seinen Anfang.

Oestreich, Holland, die meisten Alliirten zürnten überEngland. Dieses förderte das Ariedenswerk mit einseitigemParteieifer. So geschah es, daß England, vollends zerworfenMit seinen Verbündeten, fast allen Vortheil seiner Stellung ver-lor, und daß das besiegte Frankreich die Hauptpunkte des Frie-dens diktirte.

Auch das Kriegsglück erklärte sich wieder für Frankreich. Esgelang VillarS, einen abgesonderten Heerhaufen der OestxeicherUnter dem Grafen von Albemarle beiDena in durch plötzlichenUeberfall zu Grunde zu richten (1712, 21. Juli); worauf er dieentschiedene Oberhand im Felde errang.

In dieser günstigen Lage schloß Frankreich den Frieden zuUtrecht (1713, 11. April) mit England, Holland, Portu-gal, Preußen und Savoven; baltz darauf schloß auch Spa-nien Friede mit England und Savohen (13. Juli). Der Kaiserallein setzte den Krieg fort, aber kraftlos. Daher sah er baldsich gezwungen (1713, 14. Mai), einen Evakuationstraktat überCatalonien abzuschließen, und einen Neutralitätsvertrag fürItalien. Am Rhein aber, wo der letzte Kampfplatz war,drängte Villars den Prinzen Eugen zurück, und eroberte Lan-dau und Freiburg (22. Aug. und 21. Nov.). Da erkannte derKaiser die Unmöglichkeit, ohne Bundesgenossen Frankreich obzu-siegen, und nahm endlich für sich und für das Reich einen schlech-ten, Frieden an, als er zu Utrecht würde erhalten haben. DieHeerführer selbst, Eugen und Villars, waren die Unterhänd-ler dieses Friedens, welcher zu Rastadt für Oestreich (1714,6- März), und zu Baden in der Schweiz für das Reich (7. Sept.)Unterzeichnet ward. Spanien und Oestreich aber schloßen garNicht förmlich Frieden.

In dem Frieden von Utrecht erreichte Ludwig XIV. seinenKroßen Zweck, die Befestigung der spanischen Krone auf dem Haupts"nes Enkels Philipps v. Anjou. Doch viele herrliche Neben-länder wurden losgerissen von Spanien. Neapel, Sardinien,Mailand mußten an Oestreich überlassen werden. Auch diespanischen Niederlande sollte Oestreich haben, mit dem fürRotteck. A. Weltg. M. 18