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Dritter Band. Neuere Geschichte.
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von Mord und Brand. Darüber zürnte die Pforte, und er-klärte, durch Frankreich ermuntert, und nicht ohne Grund dierussische Präpotenz in Polen scheuend, an Rußland den Krieg(30. Okt.). Derselbe währte bis in's sechste Jahr, reich an Schreck-nissen, an Heldenthaten, und an überraschende» Erfolgen.

Die Türken stritten in diesem Kriege tapfer, aber unglück-lich, die Russen mit Entfaltung einer furchtbaren Kraft und be-harrlicher Kühnheit.

Der Fürst Galliczin und Graf Romanzow bedeckten dieGrenzen Rußlands. Dennoch streiften die Tartaren noch imWinter weit in Feindesgebiet, und schleppten zahllose Familienin die Knechtschaft. Indessen rückte der Großwessir, MehemedEmir Pascha, mit den Kriegsschaaren Europa's und Asienslangsam gegen den Dniester. Aber der Divan, wie das Heer,waren unzufrieden mit Mchemeds behutsamer Kriegsführung, undes ward der ungestüme Moldawani Ali an seiner Statt zumGroßwessir ernannt (Aug.). Derselbe wagte den Uebergang überden Fluß. Als aber ein Theil des Heeres übergesetzt hatte, zer-riß der durch Regengüsse angeschwollene Strom die Brücken, undließ die von ihren Brüdern abgeschnittenen Türken rettungslosdem russischen Angriff preis. Sie wurden, muthooll kämpfend,fast alle niedergemacht. Die Schaare», welche noch diesseits stan-den, lösten sich sofort auf in wilder Unordnung; mit den Trüm-mern des Heeres eilte Moldawani an die Donau zurück. AuchChoczim wurde verlassen; die Russen, erstaunt über ihr eigenesGlück, nahmen davon Besitz, und erbeuteten unermeßlichen Kriegs-vorrath. Auch Bncharest und Jassy, mit ihnen fast die ganzeWallach ei und Moldau, waren der Preis jenes Sieges.

Moldawani ward in's Elend geschickt. Sein Nachfolger,Halil Pascha (1770), hatte jedoch kein besseres Glück. Ro-man zow, obwohl Hunger und Pest sein Heer verminderten,drang siegreich vor, und schlug den Großwessir am Kagul (18.Jul.). Indessen eroberte Panin das durch Feuerschlünde undMinen halb in Schutt verwandelte Bender durch einen mörde-rischen, nächtlichen Sturm. Da unterwarfen sich die Tartarenvon Buziak, da fiel was von Bessarabien und der Moldau»och von Türken besetzt gewesen, alles Land bis an die Do-