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kam sie in's russische Lager, bald auch über den Dniester undDnieper nach Kiow und selbst nach Moskau. Neunzig Tau-send Menschen starben allein in dieser letzten Stadt und in den»inliegenden Dörfern. Auch in den polnischen Ländern wüthetedie Seuche; ganze Distrikte wurden menschenleer. Nicht wenigerOpfer hatte in dem türkischen Land die Pest gewürgt.
Ein harter Schlag für die Pforte war die Eroberung derKrim durch die Russen unter D o lg o rou k y, Panin's Nachfolgerim Heerbefehl (1771). Der Chan Seliin Ghierai floh uachKonstantinopel, und der auf russisches Machtwort gewählteNeue Chan, Sahib Ghierai, sagte sich los von aller Abhän-gigkeit gegen den osmanischen Sultan.
Neben so vielen Bedrängnissen litt die Pforte noch durch ge-fährlichen Aufstand, einerseits des Georgischen Prinzen He-ra kl ins, Fürsten von Cartel und Cachetti, und vieler ande-ren Emirs und Fürsten des Kaukasischen Landes, andekerseitsdes furchtbaren Ali Bey, Statthalters in Aegypten, welchersich zum selbstständigen Herrn des Landes auswarf (1769); er zog,tun sich zu befestigen, Ausländer, zumal Griechen und Russen,in seinen Dienst. Aber dadurch mißfiel er den Aegyptern. Seineigener Schwager und sein Eidam fielen von ihm ab, und schlu-gen ihn in einer entscheidenden Schlacht. In einer zweiten, ver-zweiflungsvollen, verlor er sein Leben. Die Pforte triumphirteüber seinen Fall (1772).
Das Glück der russischen Waffen erregte die EifersuchtOestreichs und selbst Preußens, wiewohl dieses noch mitRußland im Bunde stand. Oestreich verlangte durchaus, daß dieMoldau unddieWallachei türkisch bleiben sollten, und bedrohtedie Christenheit mit einem allgemeinen Krieg zum Schutze derselbenPforte, von welcher es selbst früher so manche Mißhandlung er-fahren. Denn für den Fall des östreichischen Bruches mit Ruß-land hattePreußen dem letzteren seineHilfe wiederholt verheißen.
Inzwischen war die Zerrüttung Polens auf den höchstenGrad gestiegen. Zu der einheimischen Parteiwuth gesellten sichdie Schrecken der russisch e n und türkisch e n Waffen. Der Kö-chg vermochte nichts zur Stillung des Haders; er war vielmehrselbst preis der Wuth seiner Feinde. Sie erklärten ihn des Thrv-