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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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drei großen Militärmächte auseiuanderhaltenden Zwischenmachtdas ganze politische System der civilisirten Welt bedroht.

Auch Kurland, ein polnisches Vasallenland, huldigte jetzt deinrussischen Scepter. Der Herzog, Peter Biron, ward nachPeteröburg berufen, und leistete allda Verzicht auf seineHerrschaft.

Rußland und die Pforte.

Wie Nach dem Tod (1796, 16. Nov.) der großen Katha-rina II. in Rußland ihr launenvollek und ungestümer Sohn,Paul !., und nach dessen gewaltsamem Tod (1801 März)Alexander!., des Republikaners la Harpe hoffnungsvollerZögling, den Scepter ergriffen, ist früher gedacht» Unter diesemgefeierte» Kaiser schritt die Kraftentwicklung des ungeheuren Rei-ches auf eine für das europäische Staatensystem höchst gefährlicheWeise fort. Die engherzige Sperre gegen ausländisches Licht,welche Paul l. verordnet hatte, ward wenigstens theilweiS auf-gehoben von seinem klügeren Sohn; neue Universitäten zu Dor»pat, Charkow, Casan wurden von diesem errichtet, die älterenwissenschaftlichen Anstalten emporgehoben, und ein eigenes „Mini-sterium der Volksaufklärung" eingesetzt, eine jedoch mehrblendende als heilsame Schöpfung, weil im Dienste der despoti-schen Gewalt.

In dein oSmanlschen Reiche herrschte seit 1789 (7. Apr.)Sultan Selim Ul., ein wohlgesinnter, selbst vomGeist der Zeitangewehter Fürst, welcher, jedoch zu seinem Unglück, den Versuchwagte, einigen Rost der Barbarei aus den türkischen Einsetzungenzu tilgen. Aber die Janitscharen — mit ihnen die Ulema's— empörten sich gegen die neue Einrichtung (Nizam-Gedid)des Ariegsvolks, welches Selim nach europäischem Fuße zu ord-nen wünschte. Er ward abgesetzt (1807, 31. Mai), und an sei-ner Stelle Mustapha, sein Neffe, bald darauf aber des letztenBruder, Mahmud (1808, 28. Juli), auf den sturmbewegtenThron erhoben. Mahmud stellte den Nizam-Gedid und dasKorps der Seymens, d. h. der regulirtenTruppen, wieder her;aber ein wüthender Aufruhr der Janitscharen erzwäng die end-