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Mißtraue» und Zorn durch ewiges Zaudern, Wanken und kleiu-müthiges Widerrufen jedes muthigen Beschlusses.
Indessen zogen Brune von der italischen, Schauenburgvon der teutschen Seite überlegene Kriegsvvlker zusammen, undüberfielen (1. März 1798) die Stellungen der Schweizer. Gleich-zeitig wurden Solothurn und Frciburg erobert (2. März).Bald erreichte der Sturm auch Bern. Vergebens stritten Er-lach, Grafenried, Steiger, und neben ihnen die Gemeinenmit Todesverachtung und heldenmüthiger Selbstaufopferung. DieUeberzahl und Kriegskunst siegten, und am 5ten März zogSchauenburg, am 6ten aber Brune in Bern alö Ueberwinderein. In den sechs Tagen dieses KriegS aber hatten an 15,999Mensche» — die meisten auf Seiten der Schweizer — geblutet.Eine schreckliche Anarchie wüthete im ganzen Land. Erlach undandere Führer wurden vom rasenden Haufen, welcher Verräthereiahnete, grausam gemordet. So vieles Unheil hatten Starrsinnund Verkehrtheit der Aristokraten über das Vaterland gebracht.
Aber noch endeten desselben Leiden nicht. Vielmehr wurdensie noch bitterer und allgemeiner. Die Besieger Berns verkünde-ten sofort daS Gesetz der neue» Verfassung für die gesummteSchweiz, und der Kommissar LeCarlier gebot die Annahmederselben. Jetzt versammelten sich die Abgeordneten der größerenKanton« in Aarau (12. April), und Bürger OchS von Basel,als Präsident des Rathes der Alten, proklamirte die „eine und»nthcilbare helvetische Republik."
Gleichzeitig begann die Plünderung des also befreiten Lan-des. Richt nur in Bern — wo der Krieg noch einigen Vor-mund darbot — sondern allenthalben. wohin das Machtwort derFranke» drang, wurden schwere Braudschatzungeu und Lieferun-gen aller Art eingetrieben, wurden Zeughäuser, Magazine undKassen zum Eigenthum der französischen Republik erklärt. Bernallein — obue die jetzt losgerissene» Provinzen in Waadtlandund Aargau — erlitt dergestalt einen Raub von 69 MillionenFranken.
Die neue Verfassung schien unter diesen Umständen ein bösesGeschenk. Selbst Freunde wurden lauer, ihre Gegner aber fühl-