Band 
Vierter Band. Neueste Geschichte.
Seite
284
JPEG-Download
 

294

fahrt, namentlich aus dem Rhein mit dessen Nebenflüssen undaus der Scheide, deren erster, alles Eifers ungeachtet, wanntEngland die Sache betrieb, »nr sehr lau und unbestimmt lau-tete, der andere aber zwar einige Stapelrechte aufhab, dagegeni» der Hauptsache »nr leere Erwartungen erregte. Einige An-träge zu nachdrücklichen Beringungen gegen die afrikanische»Seeräuber hatten keinen Erfolg, wie nach mehrere andere gemein-nützige Anregungen.

Die vieluinfassende Akte kam also nach manchen Zögerunge»,Anständen, und oft trüben Entzweiungen zu Stande, wirksamstgefördert durch Na pole an'S Wiederericheinen auf FrankreichsBaden. Nach Verabredung der kräftigsten Maßregeln gegen denfurchtbaren Feind, ^unterzeichneten (9- Juni) sieben Mächte, Oest-reich, Frankreich, England, Portugal, Preußen, Ruß-land und Schweden, die denkwürdige Akte. Spanien ver-weigerte die Unterschrift, wegen der Verfügung über Parmagrollend, und der heil. Vater prolestirte dagegen, wie einst ge-gen den westphälischen Frieden.

Der teutsche Bond-

Teutschland hatte den meisten Anspruch auf die heilendeFürsorge des Kongresses. Das alte Reich war begraben; derRheinbund, der an seine Stelle getreten, zersplittert. Eineformlose Masse von Völkern, StaatSkräften'und Interessen, er-wartete Teutschland von der Hand des politischen Bauknnstlerseine neue und zeitgemäße Gestaltung. Die teutsche Nation, desJubels über die großen Siege, über Befreiung vom fremden Jochevoll, wiegte sich in herrlichen Träumen einer glorreichen Zukunft,und blickte gleich vertrauensvoll als verlangend nach Wien, vonwannen die neue Ordnung der Dinge kommen sollte.

Da erschien nach mühseliger, oftmals stockender Arbeit, undwie überhaupt die Kongreßverhandlungen, erst durch Napoleon'sWiedererscheinen zum (jetzt übereilten) Schlüsse gebracht, dieteutsche Bundesakte (1815, 8. Juni).

Vermöge derselben vereinigten sich die souverainen Für-sten und freien Städte Teutschlands zu einem beständige»