Band 
Vierter Band. Neueste Geschichte.
Seite
307
JPEG-Download
 

307

Befestigung desjenigen Systems mitzuwirken, welches Europa denFrieden gegeben hat, und allein die Dauer desselben verbürgenkann."

Viele andere Angelegenheiten wurden zwar auf dem Aache-ner Kongresse zur Sprache gebracht, viele Denkschriften, zumTheil von hochwichtiger Bedeutung, demselben übergeben. DieMeisten jedoch blieben unerledigt. Am meisten Eindruck — freilichin sehr verschiedenem Sinne — machte das, nach seinem wahrenGehalt verächtliche, aber nach seinen Wirkungen nur allzusehrgewichtige Memoire des russischen StaatSraths, Alexander vonStourdza über den Zustand Teutschlands, worin die beun-ruhigende Stimmung der teutschen Völker hauptsächlich den Uni-versitäten, d. h. dem gleich bösen Geiste der Lehrer wie derStudirenden dieserHochschulen, zur Last gelegt, und dergestalt dieAechtung derselben provocirt ward.

Zustand Teutschland'S.

Ein verständiger und redlicher Beobachter würde die Ursachender Unzufriedenheit oder der Gährnng in Teilt schlank in ganzanderen Dingen gefunden haben. Allernächst nämlich in dem all-gemeinen Gefühle des UnwohlsevuS, in der Fortdauer derBedrückungen des alten und dem Nichterscheinen der verheiße-nen Wohlthaten des neuen Zustandes; in dem Schmerz über die— nicht etwa bloß dem historischen Recht der Fürstenhäuser ent-sprechende, und bei der Beschränkung aus solchen Anspruch jenemder Nationalität unnachtheilige, sondern über die wirklich feind-selige — Zerstücklung der Nation in etliche und dreißig Völ-ker oder Herrschaften, in der Nichterfüllung oder unzureichendenErfüllung der kostbarsten Verheißungen der Dundesakte, insbeson-dere de» in dem dreizehnten Artikel ausgesprochenen, in derHäufung endlich aller Arten des Druckes, des grundherrlichen,standesherrlichen und landesherrlichen, des anS der Reichsverfas-simg und deS aus der Rheinbundesperiode herrührenden, des demKriegsstand und deS dem übelgeregelten Friedensstand ungehöri-gen, deS gesetzlichen, administrativen und richterlichen, des poli-

20 «