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Vierter Band. Neueste Geschichte.
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tenkammer zu Stande- wodurch die im Interesse der Freiheithvchnöthigen Verbesserungen der Charte festgesetzt, undLudwig Philipp, Herzog». Orleans, zum König der Fran-zosen — berufen dazu nicht unmittelbar durch GotteS Gnade,sondern durch den Willen und das Interesse der Nation —erklärt wurde- unter der Bedingung, daß er die verbesserte Charteannehme und beschwöre.

Am 9. August geschah solche Beschwörung, und erhielt dieglorreiche Revolution — welche auf Seite des Volkes Nur Hel-denthaten und Züge der Großmuth auszuweisen, und über garkeine ncnnenswerthe Verletzung zu erböthen hat — ihr glücklichesEnde. Damit beginnt eine neue Periodö in der Geschichte nichttmr Frankreichs, sondern des Welttheils- ja der Welt. —^

Schluß.

Die Folgen deß Julius-Revolution — ohnehin Nochitns Allen in frischer Erinnerung schwebend — liegen jenseits derfür diesen Ueberblick gesteckten Grenzen. Sie sind bis jetzt schonunermeßlich, aber noch verworren, unentschieden, und hem —früheren oder spätern — Hauptkampfe, der sie entscheide, erst ent-gegen gehend. Äurch ganz Europa tönten die Donner der Julius-tage, hier erschreckend, beängstigend, niederschlagend, dort anregend,ermuthigend, befeuernd. Wie eine allgemeine Losung war dadurchgegeben zur Freiheits-Erstrebung. Das von deN diplomatischenBaukünstlern am Wienerkongreß kunstreich, fein und selbstgefälligaufgeführte Gebäude einer neuen europäischen Ordnung ward inallen seinen Fugen erschüttert durch den plötzlichen Stoß, Und einTheil nach dem andern stürzte ein, oder drohte den Einsturz indie wankende Grundfeste. In Niederland zuerst riß Belgiensich los von Holland, womit der Gewaltigen Machtgebot es na-turwidrig verbunden hatte. In mehreren teutschen Länden, in^raunschweig, Kurhessen, Sachsen, machte die Rechtsfor-erung der Reform sich gewaltsam Luft., in andern ertönte siewenigstens mit neu gestärkter Kraft; Polen erhob sich zum Ver-zweiflungskampf gegen den übermächtigen Herrscher; Italien, anmehr als einem Punkt, begann seine Ketten zu zerbrechen, undRotteck, A. Weltg. IV. 25