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Die Gesteinslehre / von Bernhard Cotta
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körnige Granulit meist am wenigsten Glimmer enthält.Nicht sehr zuverlässige ältere Analysen des Granuliteshaben 79 80 Kieselerde, 10 12 Thonerde, 6 7Kali, 1 Eisenoxyd, und 1 Wasser ergeben.

ln Sachsen bilden vorherrschend schiefrige Granu-litvarietäten ein grosses ellipsenförmiges Gebiet zwi-schen Penig und Rosswein. Vieles von dem was inNorwegen zum Gneiss gerechnet wird, entspricht offen-bar ganz unserem Granulit.

69. Greisen (Hyalomicte-granite).

Krystallinisch körniges Gemenge aus Quarzund Glimm e r.

Der Quarz ist meist hellgrau, der Glimmer silberweiss, gelblich oder grünlich. Beide sind fest ver-' wachsen. Der gänzliche Mangel aller Schieferung oder1 Schichtung unterscheidet das Gestein vom Glimmer-schiefer, in den es auch factisch nicht übergeht.

Als accessorische Gemengtheile sind besonders Zinn-| erz und Feldspath zu erwähnen. Ersteres ist ziemlichi häufig in ganz kleinen Theilen eingesprengt, der letz-tere bildet grössere Körner, und wenn er überhandnimmt, so wird dadurch ein Uebergang in Granit ver-mittelt.

Man könnte der Textur nach zwei Varietäten vonGreisen unterscheiden, eine grobkörnige und einefeinkörnige. Die erstere tritt sehr charakteristisch beiH Zinnwald im Erzgebirge auf, die letztere bildet dasGestein des Altenberger Stockwerkes und wird mitUnrecht oft Stockwerksporphyr genannt. Diese fein-körnige Varietät ist gelblichgrau bis schwarzgrau ge-färbt, man erkennt ihre Zusammensetzung oft nur un-ter der Loupe, sie scheint zuweilen etwas Chlorit zuenthalten, und wird von unzähligen feinen Adern (Klüf-ten) durchzogen, welche gewöhnlich etwas mehr Zinn-erz enthalten als die Hauptmasse.

Der Greisen gehört zu den seltneren Gesteinen