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Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.
der Tiefe beider Thäler. Wo aber auf der Höbe der grösserenWellenberge sich ein Thal des Wellenringes eiuschneidet, wird dieHöhe dieses Berges vermindert um die Tiefe des Thaies. Kürzerkönnen wir diese Beschreibung liefern, wenn wir die Höhen derBerge über dem Niveau der ruhenden Wasserfläche als positiveGrössen betrachten, die Tiefen der Thäler dagegen als negativeGrössen und die Summe solcher positiven und negativen Grössenim algebraischen Sinne bilden, wobei bekanntlich je zwei positiveGrössen (Berge), welche Zusammenkommen, wirklich addirt wer-den, je zwei negative (Thäler) ebenso; wo aber negative und po-sitive Zusammenkommen, diese von einander subtrahirt werden.Wenn wir also die Addition im algebraischen Sinne ausführen,können wir unsere Beschreibung der Wasserfläche bei zwei zu-sammentreffenden Wellensystemen einfach so ausdrücken: „DieErhebung der Wasserfläche in jedem ihrer Punkte istin jedem Zeitmomente so gross, wie die Summe der-jenigen Erhebungen, welche die einzelnen Wellensy-steme einzeln genommen an demselben Punkte und zuderselben Z eit hervorgebracht haben würden.“
Am deutlichsten und leichtesten unterscheidet das Auge denVorgang in einem solchen Falle, wie ihn das eben angeführte Bei-spiel eines Wellenringes auf einer von grösseren geradlinigen Wel-len durchzogenen Fläche voraussetzte, weil sich hier die beidenWellensysteme durch die Länge und Höhe ihrer Wellen und durchderen Dichtung beträchtlich von einander unterscheiden. Aberbei einiger Aufmerksamkeit erkennt das Auge, dass genau das-selbe vorgeht, auch wenn die verschiedenen Wellenzüge durch ihreForm weniger von einander unterschieden sind, wenn z. B. langegeradlinige Wellen, die gegen das Ufer laufen, mit den vom Uferin etwas anderer Richtung reflectirten sich mischen. Dann ent-stehen die oft gesehenen kammförmig eingeschnittenen Wellenberge,indem der Rücken der Wellenberge des einen Systems an einzel-nen Punkten erhöht wird durch die Berge des anderen Systems,an anderen eingeschnitten durch die Thäler des letzteren. DieMannigfaltigkeit der Formen ist hier ausserordentlich gross, eswürde viel zu weit führen, sie alle beschreiben zu wollen. An je-der bewegten Wasserfläche ergiebt sich das Resultat dem auf-merksamen Beobachter leicht ohne Beschreibung. Für unserenZweck genügt es hier, wenn der Leser ah dem ersten Beispiel