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Wir kennen gegenwärtig die Bestandtheile der Salpe- :tcrsäure sehr wohl; sie besteht nemlich aus Stickstoff oder !Salpeterstoff, und Sauerstoff. Wenn diese beiden Bestand. jtheile in einem gewissen Verhältnisse mit einander verbau- !den sind, so bilden sie eine farbenlose Saure, wie wir dies jan dem Scheidewasser oder der gewöhnlichen verdünnten -Salpetsrsaure beobachten; wenn aber diese farbenlose Saurein einer zum Theil damit angefüllten, durchsichtigen Glas-flasche den Sonnenstrahlen oder dem Lichte eines Feuersausgesetzt wird, so tritt eine Abänderung im Mengenver-hältnisse der Bestandtheile ein; das Licht verbindet sich nem-lich mit einem Theil Sauerstoff aus der Saure, und ver-ursacht, daß derselbe als Gas sich entwickelt; die rückstän-dige Flüssigkeit enthalt nunmehr ein größeres VerhältnißStickstoff gegen den Sauerstoff und hat sich in salpete-rige Saure verwandelt; sie nimmt, blos wegen diesesUeberschusses an Stickstoff, anfangs eine gelbe, dann eineorange, und zuletzt eine sehr lebhafte morgenrothe Farbean, womit sie das Auge sehr affizirt. Wenn aber dieGlasflasche ganz mit farbenloser Salpetersäure angefülltund völlig Luftdicht verschlossen ist, so findet bei Einwir»kung der Sonnenstrahlen keine solche Veränderung Statt,wer! in diesem Falle der Sauerstoff wegen Mangel anRaum nicht entweichen kann. Wenn man die auf oben er-wähnte Art in einer luftdicht verschlossenen Glasflasche ge-bildete rothe salpeterige Saure einige Zeit an einem finstern
Ort
unsichtbare Sonnenstrahl die meiste desvxydirende Wirkung,wahrend der rothe Lichtstrahl das Hornsilber, Goldvryd u.s. w.kaum merkbar ändert. Dagegen entwickelt der rothe, so wiedie ihm nahe liegenden Lichtstrahlen mehr Warme, als derblaue, »iolettk Strahl u. s. iv.
Anmerk. des Ueders.