Band 
Erster Band.
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Herr Roard, Direktor der Färberei bei den Königl.Manufakturen in Frankreich, glaubt, daß ein Pfund sian-derische Seife, auf diese Art angewendet, zu dreißig PfundWolle hinreichend sei; er empfiehlt aber, anstatt einer lau-lichen , eine heiße Auflösung, welche jedoch nicht über60 Grad Reaum. haben darf, was nach Fahrenheit ohnge.fahr 160 Grad betragt *). Er räth auch die Wolle mitdem Wollfett spinnen zu lasten, und das Waschen erst nach-her vorzunehmen, indem er behauptet, die Wolle werdeauf diese Art viel weißer, als wenn man sie vor dem Spin«nen wascht. Noch ein anderer Vortheil dieses Verfahrensbesteht darin, daß die Wolle vor Schaben und andern In-sekten gesichert bleibt, so lange sie nicht vom Wollfett ge-reinigt wird; dieß wurde von Reaumur beobachtet, undim Jahre i7Z8 bekannt gemacht. (Man vergleiche mem.de l’Acad. R. 1738). Die Wolle von gesunden Schafenist immer mit einer größer» Menge von Wollfett bekleidet,als die von kranken Thieren. Nachdem die Wolle gespon-nen und gewebt ist, wird sie gewöhnlich gewalkt, was ichdeswegen bemerke, weil sie durch die Walke eine so ganzeigene Veränderung in der Struktur ihrer Fasern erleidet.

*) Berthvllet scheint in der leiten Ausgabe seiner Anfango-gründe zu glauben, daß man die Stellvertretung der Seifefür das Ammoniak, welches im alten Harn enthalten ist, beiden darüber angestellten Versuchen nicht vorkheilhast gesun-den habe. Chaptal sagt im vierten Bande seiner Chimie ap-plique aux Arts S. <p?, wo (t von dieser OpOration handelt,daß man in Spanien und neuerdings auch in Frankreich an-gefangen habe, die Wolle ohne Harn und Seife zu waschen,indem man das mit Wollfett geschwängerte Wasser von derersten Operation aufbewahrt und zu einer zweiten, das vonder zweiten aber zu einer dritten u. s. w. anwendet, bis esso dick und mir Wollfett so übersättiget wird, daß es nichtmehr gebraucht werden kann-