Ch. 2.) 41 ) , daß diese Farbe zuerst in der Provinz Lyrusbekannt geworden, und daher den Namen erhalten habe,wird aus der Thatsache wahrscheinlich, daß man der Farbeauch den Namen Salamis von Sarra gegeben hat, unterwelchem Namen die Provinz ehevor bekannt gewesen ist;
irgend ein befestigendes Ingredienz (als Zinn in Scheidewas-ser aufgelöst) nothwendig gewesen sei, um der Farbe Glanzzu geben und ihre Schönheit zu erhalte». — Also den Glanzund die Schönheit des bloßen Schaalthier-Bluteö !! — Vonkurpura u. Buccinum !! ! Eben so gut konnte sich Hr. Pol-whcle über den Glanz und die Dauerhaftigkeit des bloßesBlutes der Austern und Schnecken verbreiten, und vermuthen,daß man damit durch Hülfe des Zinns den Tyrifchen Purpurhervorbringen könne. Wie konnte dieser Gelehrte eine soausschweifende Idee aussprechen, die von einer groben Un-achtsamkeit auf die gewöhnlichen Wirkungen der Natur zeign?dieß ist mir unerklärbar; er müßte sich denn auf folgendeVerse Marti als gestüzt haben, nemlich :
„Sanguine de nostro tinctas, Ingrate, lacernasInduis; et non est hoc satis; esca sumus.”
41) Tychsen behauptet , daß schon zu Moses Zeiten der Purpurbekannt war, und Argama» genannt wurde. Homer gedenktdesselben gleichfalls, und erzählt, daß die Nerreidcn, Meeres-göttinnen, Töchter des Nereus und der Doris, die in Höh-len unter dein Wasser wohnten, sich die Zeit mit Purpurspin-nen vertrieben. Er sagt ferner, daß die Nausicaa mit derSpindel purpurne Wolle spann. Idmon und Colophon in Ly-dien, der Vater der Arachne, färbte die Wolle mit der Pur-purmuschcl, die bei den Römer» Murex hieß, und die er beiPhocaa in Aconien fand. Die Weiber der alten Deutschenfärbten zur Zeit des Tacitus die Leinwand Purpurroth.
Bei den Hebräern war der Purpur unter dem NamenArgaman bekannt. Die Griechen nannten ihn Porphyr« unddie Römer belegten denselben mit dem Namen Purpura oder-Ostrum.