Durch welchen Umstand oder durch welchen Zufall dasVolk in Hindosian allein vor mehrern Tausend Jahren schonverleitet wurde, Mittel zu entdecken und anzuwenden, wo.durch die blaue Farbe der Indigo. Pflanze ausgezogen, oxy.dirt, und beinahe rein von allen andern Bestandtheilen,
die Eingebohrne» die Farbe mittelst einer Lauge (Lixivium)ausziehen, welche vermuthlich aus Holzasche bereitet wird.Mungo Park sagt in der Beschreibung seiner Reife nachAfrika, daß die Negerinnen, „um ihre Kleider dauerhaft blauzu färben, die Blätter der Indigo-Pflanze, sobald sie frischeingesammelt sind, in einem hölzernen Mörser zerstoßen, undin einem großen irdenen Krug mit einer starken Holzaschen-Laugc, wozu man bisweilen auch Harn (chamber. ly B ) nimmt,vermischt werden. In dieses Gemisch wird hernach der Zeugeingetaucht, und so lauge darin gelassen, bis er die rechteSchattirung angenommen hat. — Wenn der Jndig besondersreichlich gedeihet, so sanimelt man die Blatter und troknetsie an der Sonne; beim nachherigcn Gebrauche wird eine hin-reichende Menge der getrokncten Blarter in Pulver verwan-delt, und mit der eben angeführteu Lauge vermischt." (Th. l.S. 97.)
Marsden in seiner Geschichte von Sumatra (S. 78)erzählt, daß in den Plantagen daselbst die Jndig-Pflanzeüberall gesunden wird, daß die Eingebvhrnen, um zu färben,die Stängcl und Zweige einige Zeit lang in Wasser legen undweichen lassen, hernach kochen, und etwas Chunam (gebrann-ten Kalk) mit den Handen darunter rühren, auch Blättervon Pacoosabba (einer Art Farnkraut) dazu nehmen, um dieFarbe zu befestigen, worauf die Flüssigkeit abgelassen, und indiesem Zustande angewendet wird.
Zum Schluß dieser Bemerkungen will ich nur noch fol-genden Auszug aus Barrows Reise in China (S. 560) beifü-gen : „In der Nahe der meisten Baumwoll-Plantagen be-merkten wir Strecken mit Indigo bebaut; diese Pflanze wachsthier frei in allen mittlern und südlichen Provinzen. Da dieaus dieser Staude gezogene Farbe kein Gegenstand deschinesischen Handels ist, so troknet man sie nur sel-ten, und nimmt den Farbestvff allgemein von den frischenBlattern.