Band 
Erster Band.
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scharfes Stoßeisen ab, wozu auch ein jedes lange« Messer diene»kann; doch ohne die Krone, oder einen Ncbenkeim der Wurzel zuverletze».

Bei dem Stechen ist vvrncmlich dahin zu sehen, daß c« nichtzu hoch oder zu niedrig geschehe, und daß das unterste Blatt mitabgehe, damit beim Zusammeurechen die Stauden beisammen blei-be», kein Blatt liege» bleibe, und das Zusammenharken in wenigerZeit geschehe. Bei dem Winterwaid geschieht das Stechen gemei-niglich nach Pfingsten; bei dem im Frühjahr gesaetcn aber »ach Jo-hannis. Es werden dabei alle Blatter der Pflanze« mit einem be-sonders dazu verfertigten scharfen Eisen von der Wurzel, aber ohnesie zu beschädigen, bei gutem Wetter abgestoßen, in breiten Korbe»haufenweise zusammengetragen, und aus Wagen, die zu diesem Be-huf mit Flechten versehen seyn müßen, vom Lande Weggefahren.Weil die Blatter gcinciniglich staubig sind, so fahrt man sie an ei-nen Fluß, und wäscht sie in großen Weidcnkörben, die man, mitBlattern angefüllt, etliche Mal in den Fluß taucht. Nach 4 bis5 Wochen können die Blatter schon wieder, wie das erste Mal, ab-gestochen werde», und bei guter Witterung kann es auch wohl nochim Spätherbst zum dritten Male geschehen. Findet aber das Lczterenicht Statt, so läßt man die Stöcke über Winter stehen, und stößtdie Blatter im Frühjahr ab; sie sind aber alsdann schlechter anGüte. Der erste Stich ist, da er mehrenthcils in trockener Witte-rung geschieht, folglich das Blatt mit weniger Erdtheilen auf dieWaidmühle» kommt, oder zur Jndigfabrikazion angewendet wird,der bcstc^ Der zweite und dritte Stich, die im Herbste geschehenmüßen, wo sich bei der gewöhnlichen nasse» Witterung viele Erd-theilc an die Blatter anhangen, und mit diese» oft gemahlen wer-den, sind schlechter.

Um die gesammelten Waidblätter zum Handlungsprodukt zuniachcu, erfordern sie eine eigene Bearbeitung, welche unumgänglichnothwendig zu seyn schernt, um das blaufärbende Pigment durcheine veranlaßte Gahrung zu entwickeln, und dasselbe zum Blaufar-ben zu disponiern, und zwar auf folgende Weise. Nachdem sie mitWasser, um sie vou anklebendem Sand und Erde zu befreien, ge-waschen worden, werden sie so schnell wie möglich an der Sonnegetrocknet, und hierdurch vor dem Schwarzwerdcn geschüzr. Diemäßig getrockneten Blätter werden hierauf in einer Mühle zerquetscht.