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dessen aus meinen eigenen Versuchen hervorzugehen, daß,wenn der Kermes gleich der Cochenille mit einer salperer«salzsaurcn Zinnauflösung (statt mit Alaun) angewendet wor-den wäre, man eine Farbe hatte erhalten können, welcheschwer oder gar nicht vom Cochenillescharlach zu unterschei-den gewesen wäre.
Bei dem Farben des Venezianer. Scharlach wurde/Hellot zufolge, die Schaafwolle zuerst eure halbe Stundelang in Wasser mit einem gleichen Gewicht Kleien (in ei-nen Sack gebunden) gesotten, hierauf in einen andern Kes-sel gethan, und zwei Stunden lang in einem Wasser gesot-ten, welches mit gegohrner Kleienflüssigkeit säuerlich ge-macht worden war, und worein man römischen Alaun, ei,nein Fünftel vom Gewicht der Flüssigkeit gleich, und halbso viel rothen Weinstein gegeben. Mit dieser Brühe ließman das Tuch angefeuchtet sechs Tage lang, nachdem matteS aus dem Kessel genommen, liegen ; nach Verlauf dieserZeit ward es in reinem weichen Wasser mit gepulvertemKermes gefärbt, wovon man zwölf Unzen auf jedes PfundSchaafwolle und selbst sechzehn Unzen nahm, wenn derKermes durch Alter gelitten hatte *).
Als
*) In einem Briefe des Herrn W. Kirkpatrick an DoctorAndersen, ehemals General-PhysikuS in Diensten der vst-jndifchen Gesellschaft, datirt aus Hyderabad vom 14- Juni1796, finde ich folgende Aeußerung: „Die hiesigen Seiden-farber besitzen, wie ich glaube, die Wissenschaft nicht, Schar-lach hervorzubringen. Um ein vorzügliches Carniesin zu fär-ben, nehmen sie auf eine Seer (frischer und weißer) Seide,ein Viertel Seer Kermes, ein Viertel Seer Alaun und einViertel Seer Pistacienblüthen, von denen ich vermuthe, daßsie die Stelle der Gallapfel vertreten sollen. Aiiliegend istein Muster ihres vorzüglichen Carmesins." Wenn diese An-gabe der Verhältnisse richtig ist, so muß der Indische Kermesmehr als zweimal so viel Farbe liefern als der Europäische.