Treppen aus Holz.
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Fig. 6 zeigt die elliptische Grundrissform mit den Konstruktionspunktena a und a! a‘ ; die normale Breite der Trittstufen ist auf der mittleren ein-punktirten Trittlinie aufgetragen und sind sämtliche Trittstufen sowohl an derinneren, wie auch an der äusseren Wange gleich breit, wodurch sich für dieWangen sowohl, als auch für das Treppengeländer ein gleichmässiges Aufsteigenergiebt.
Die Aufgabe für die praktische Ausführung einer solchen Treppe erfordertein sehr sorgsames Heraustragen, Ausarbeiten und Zusammenfügen der einzelneninneren sowohl, wie der äusseren Wangenstücke; eine Arbeit, welche wir speziellals eine ziemlich umständliche bei der Besprechung der gewundenen Treppenkennen gelernt haben. Audi wurde bereits darauf aufmerksam gemacht, inwelcher Weise man die einzelnen Wangenstücke am erfolgreichsten mit einanderverbindet.
Freitragende Wendeltreppen mit verhältnismässig grossen Dimensionengewähren nur dann vollständige Sicherheit, wenn sie mit grösster Präcisionund aus dem besten ausgetrockneten Holze hergestellt sind : ist dies nicht derFall und schwindet das Holz •— wenn auch nur in geringem Grade — sobilden sich überall zwischen den zusammengestossenen Krümmlingen klaffendeFugen, die beim Begehen der Treppe ein „Knartzen“, ja unter Umständensogar Schwankungen bemerken lassen und so in hohem Grade ein Gefühl derUnsicherheit in uns wachrufen!
Deshalb verwendet mau zur Erlangung grösstmöglichster Tragfähigkeiteiserne Geländerstäbe , welche die mit einer Unterlagschiene versehene Wangedurchdringen und mit ihr fest verschraubt sind; diesen Geländerstäben giebt mandann eine andere eiserne kräftige Schiene, welche später in die Unterfläehedes Handgriffes eingelassen wird, als Unterlage und werden Stäbe undSchienen fest mit einander verbunden, so dass das ganze Geländer eine ArtTraggittcr bildet. Eine weitere Verfestigung wird man endlich erlangen, wennbeide Wangen, die äussere und die innere mehrfach durch runde Zugankermit einander verbunden und verschraubt werden. Lehnt sich die äussereWange an eine Treppenhausmauer direkt an — wie dies sehr häufig derFall ist — so bedient man sich zu deren Befestigung der sogenanntenTreppen haken.
In neuester Zeit hat man vielfach versucht, die gewundenen Wangen vonWendeltreppen durch eine grössere Anzahl dünner, biegungsfälliger Bretterherzustellen, die gegenseitig aufeinander verkittet und mit einander vernageltwerden; die entweder aus einem oder nur aus ein paar Stücken bestehendenWangen lassen sich leicht zur Aufnahme sowohl von gestemmten, als auchvon aufgesattelten Treppenstufen herrichten. Um den Wangen ein elegantesAussehen zu geben, werden sie furnirt, wobei selbstverständlich die weitereAusstattung durch reiche Profilirungen nicht ausgeschlossen ist. *)
Noch möge erwähnt werden, dass in unserem Uebungsbeispiele dieäussere Wange den Trittstufen entsprechend stufenweise ausgeschnitten ist undüber die Stufen hervorragt; es möchte diese Anordnung, welche eine Kehlungleicht zulässt, entschieden einem aus vielen Stücken auf die Gehrung zusammen-gesetzten „Panel“ weit vorzuziehen sein, obwohl durch diese Anordnungeine Wange von sehr bedeutender Höhendimension beschafft werden muss.
*) Eine Maschine zum Furniren gekehlter Holzleisten, siehe Dinglers polytechn.Journal 1881. S. 345.