354
Anhang.
wundene Wange nach unten mit einer Ziergliederung (allenfalls unter Ver-wendung eines gedrehten Rundstabes) abschliessen lässt.
Dass eine weitere dekorative Ausstattung bei solcher Treppenkonstruktiondie verschiedensten Variationen zulässt, soll durch die mitgeteilte Fig. 475 nurangedeutet werden.
Am äusseren Umfange der Treppe finden sämtliche Stufen ihr festes Auf-lager in der Treppenhausmauer, und sind hier von Fussleisten begleitet; allesUebrige möchte die Zeichnung selbst erläutern.
Der Ilanptvorteil, welchen die eben mitgeteilte Konstruktion besitzt, be-steht hauptsächlich in der vollständig gleichen Form, sowohl dersämtlichen Wangenstücke, als auch der Setz- und Trittstufen, so dass sich fürderen vollständig exakte Anfertigung leicht maschinelle Hülfsvorrichtungen
Fig. 474.
Fig. 475.
treffen lassen, welche es gestatten, dass alle Zapfen, Nuten etc. genau ineinander passen, eine conditio sine qua non für das Gesamt-Gebiet der Holz-konstruktionen ! Andererseits ist der Aufwand an Holz ein äusserst geringerund sämtliche Wangenstücken von so geringen Abmessungen, dass bei Ver-wendung von guten trockenen Kernbrettern ein Reissen kaum zu befürchtensein möchte.
Ebenso wie es leicht und wenig zeitraubend ist, sämtliche Treppenteilezuzurichten, ebenso leicht und einfach ist es die Treppe selbst aufzustellen.
Um bei geraden und gewundenen Treppenanlagen Material und Arbeitzu ersparen, wurden schon früher Vorschläge gemacht, welche darauf hinaus-gingen, die gesamten Treppenarbeiten so zu vereinfachen, dass man dieselbenfabrik massig hersteilen könne; R. Klette in Holzminden , von welchemsolche Vorschläge ausgegangen sind, hat es auch unternommen, Wendeltreppenaus nur geradlinigen Holzstücken zusammen zu setzen; inallen ihren Teilen sind diese Treppen nur durch Schrauben zusammen ge-halten und alle sonst üblichen Verzinkungen, Nuten und Zapfen vermieden,*)Die betreffende Konstruktionsangabe möchte sich jedoch weniger für Holz alsvielmehr für Flacheisen eignen und ist in dieser Beziehung auf die Mitteilungenzu verweisen, welche in Rombergs Zeitschrift für Bauwesen 1855 vonA. Becker gemacht worden sind.
*) Zeitschrift für Handwerker 1864. S. 159 mit Zeichnungen.
Druck von Oskar Bonile in Alten bürg.