Geschieben an der St. Pauls-Jnsel unweit der Küste Labrador inNordamerika vor. Hier entdeckte ihn vor ungefähr 70 Jahren einMitglied der Brüdergemeinde, welche daselbst unter den Lsgulmauxeine Kolonie hat, und er wurde durch Glieder jener Gemeinde inziemlicher Menge nach Europa gebracht, weil sein schönes Farben-spiel gefiel. Einige Zeit darauf fand man auch in Jngermann-land unter den Geschieben, welche zur Verbesserung des von St.Petersburg nach dem kaiserlichen Lustschlosse Petershof führendenWeges gebraucht wurden, eine fast ganz aus Labradorstein beste-hende Steinmasse, deren Farbenspiel aber bei weitem nicht so leb-haft ist, und meist nur blaue Farben zeigt; er wurde auch beiFriedrichswären in der Nähe von Lauewitz an der norwegischen Küste,und im Syenitfels im Plauenschen Grund, und im Dioritfels beiMeißen in Hessen, wo er die Stelle des Feldspaths vertritt, ge-funden.
Das sehr schöne bunte Farbenspiel des Labradors entsteht ge-rade, wie beim Opal, durch kleine Risse, welche die Textur desSteines unterbrechen. Weil der Opal aber nach allen Richtungenvon ihnen durchkreuzt wird, so zeigt er sein Farbenspiel an allenStellen nach einander, so wie man ihn herumdreht; dagegen brei-ten sich die Lichtstrahlen bei dem Labrador nur von einer einzigenEbene aus, indem die Risse bei ihm mit dem Durchgänge der Blät-ter zusammenfallen. Das Farbenspiel zeigt sich daher mit einemMale, wenn das Licht von dieser Ebene unter dem gehörigen Win-kel zurückgeworfen wird, so, daß es dem Auge zugeführt wird,und es verschwindet gänzlich, sobald man dem Steine eine andereLage gibt.
Er wird in der Steinschleiferei zur Verfertigung von Dosen,Stockknöpfen, Ringsteinen und andern Arbeiten benützt, die ihresschönen Ansehens wegen hoch geschätzt werden. Der Labradorist für diese Arbeiten um so brauchbarer und geschätzter, je schö-ner und lebhafter sein Farbenspiel, und je weniger er mit unfar-bigen Adern durchzogen ist. Das Farbenspiel des Labradors zeigtsich gewöhnlich dann in seiner ganzen Schönheit, wenn er plattund etwas brüchig und schildförmig geschliffen wird. Im letztemFalle pflegt er häufig nach Pfauenfederyart in bunten Farben zuspielen. Zu sehr dünnen Stücken läßt sich der Labrador nicht gutbearbeiten, weil er dann sehr leicht nach der Richtung der weißenAdern springt. Beim Schneiden des Labradors muß der Blätter-