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fertigung der Glasuren und Emailfarben kann das Natron eben-falls häufig die Stelle der Pottasche vertreten.
7) In der Levante und in Afrika wird das Natron als Ta-baksbeize verwendet. Man stößt es mit den Tabaksblättern zu-sammen.
8) In Aegypten bedient man sich des Natrons als eines Zu-satzes beim Einsalzen des Fleisches, welches davon vorzüglich zartwird. Auch beitzten die alten Aegypter Monate lang ihre Leichendamit, ehe sie dieselben zu Mumien bearbeiteten, wie Herodot im2 Buch, Kapitel 85 erzählt.
In der Arzneikunst wird er ebenfalls verschiedentlich be-nutzt. Die Alten hatten das Natron schon aus Aegypten geholt,und phönizische Schiffer sollen die Erfinder des Sodaglascs zu-fällig geworden seyn, wie Plinius 36,65 erzählt.
Die Trona oder das Urao ist ebenfalls ein kohlensaueresNatron, kömmt in nadelförmigen Krystallen und derben Massenvon strahligem Gefüge vor, verwittert nicht an der Luft und isthärter als die Soda. Einige ägyptische Natronscen enthalten auchdie Trona, mit Kochsalz abwechselnd; vorzüglich aber findet siesich im Innern der Berberei, namentlich in der Provinz Sukinaund im Thale Lagumilla von Südamerika, ebenfalls in Seen(Columbien) unter dem Namen Urao. Sie besteht aus 38 Natron,40 Kohlensäure und 22 Wasser. Die Härte -2,5 —2,7. Dasspecifische Gewicht - 2,1.
Das Salz scheidet sich bei der Derdünstung des Wassers inrindenförmigen Stücken ab, welche sich auf den Boden des Seessenken, und von da von den Indianern während zwei Monatender heißen Jahreszeit durch Untertauchen und Ausgraben geför-dert werden. Während dieser Zeit werden 1000 — 1600 Zentnergewonnen. Die Benützung ist dieselbe, wie die der Soda. Wegenseiner Luftbeständigkeit soll es in Afrika selbst zu Bauten verwen-det werden. So wird erzählt, daß der Baustein der nunmehrin Trümmern liegenden Vestung Kasse Trona sey. Die Indianeritt Columbien benutzen dieses Salz vorzüglich zur Bereitung einesbeliebten Kaumittels, weiches bei geringern Uraozusatz den Na-men Non äolce hat, bei größern Gehalt aber Chimoo heißt. Manwendet dazu noch den ungedickten rothen Saft an, welcher ausfrischen, in der Sonnenwärme gegohrnen Tabaksblättern erhaltenwird, und Anvir heißt.