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Naturgeschichte der Vulcane und der damit in Verbindung stehenden Erscheinungen / von Dr. Georg Landgrebe
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ein ausgezeichneter Bimsstein vor, besonders eharakterisirtdurch seine schwarze Farbe, durch äusserst zarte, fadenför-mige Bildungen in seinen Zellen und durch zahlreiche Ein-schlüsse von Krystallen glasigen Feldspaths. Enthält der ge-wöhnliche Bimsstein, wie dies nicht selten der Fall ist, viele IEinschlüsse von glasigem Feldspath, so bekommt er den Na- |

men Bimsstein-Porphyr. Da, wo er als lavenartiges Gebilde f

auftritt, ist er fast stets mit Obsidian vergesellschaftet und bil- jdet dann den obern, lockern Tlieil dieser Ströme vulcanisclxen IGlases. Häufig findet sich der Bimsstein aber auch auf se- icundärer Lagerstätte in der Gestalt horizontal abgelagerter, jlocker zusammenhängender Schichten, die sogar bisweilen fos- jsile Muscheln umschliessen und fern von vulcanischen Massenauftreten. In diesem Falle darf man wohl annehmen, dass erdurch mehr oder weniger heftig bewegtes Gewässer von sei-ner ursprünglichen Lagerstätte weggeführt sey und sich erstspäter, nach eingetretener Ruhe, aus demselben niedergeschla-gen habe. Auf diese Weise scheinen die Bimsstein-Lagen imNeuwieder Becken entstanden zu seyn. Bekanntlich lassensich solche weiter westwärts bis in die Lahn-Gegenden ver-folgen. Uebrigens sind Bimsstein-Ausbrüche bei der Beschrei-bung der einzelnen Vulcane im früher Mitgetheilten so oft er-wähnt worden, dass wir hier weitere Fundorte wohl nichtmehr anzugeben brauchen.

Biotin.

Ist identisch mit Anorthit; s. Anorthit.

Bittersalz.

Syn. Haarsalz, Haarvitriol, Gletschersalz, Federalaunz. Th.

Dies aus schwefelsaurer Bittererde und Wasser bestehendeSalz, welchem die chemische Formel Mg S -)- 7 II zukommt,gehört dem orthorliombischen System an, hat zur Grundformein Rhomben-Octaeder, besitzt eine weisse, ins Graue, Grüne,Gelbe, Rothe, zuweilen ins Rosenrothe übergehende Farbe, {einen salzig-bittern Geschmack, ein spec. Gew. von 1, 71, 8 ,so wie eine Härte von 2 2, s . Es kommt im blätterigen,haarförmigen und mehligen Zustande in der Natur vor, findetsich an vielen Orten als Ausblühung auf dem Boden, z. B.