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Naturgeschichte der Vulcane und der damit in Verbindung stehenden Erscheinungen / von Dr. Georg Landgrebe
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auf Gängen im altern Gebirge und ist, jedoch nur ausnahms-weise, auch im Basalte des Riesendammes in Ireland, so wieauf Sicilien an der Solfatara von Asaro wahrgenommen worden.

Sylvin.

S. Chlorkalium.

Tachylyt.

Syn. Tachylit, muscheliger Augit.

Diese von Breiihaupt (in Kästners Archiv, Bd. 7 . S. 112 )aufgestellte Mineral-Species sieht dem schon früher erwähntenHyalomelan sehr ähnlich und ist bis jetzt nur amorph vorge-kommen. Das Mineral hat einen klein- und flachmuscheligen,ins Ebene oder Unebene übergehenden Bruch und auf dem-selben einen Glanz, welcher das Mittel hält zwischen Glas-und Fettglanz. Es ist undurchsichtig, blauschwarz, mit einemStich ins Sammet- und Rabenschwarze. Das Pulver ist dun-kelgrau, das spec. Gew. == 2 , 50 2 , 59 , die Härte = 6, 3 . Esist sehr leicht zersprengbar und folgt sowohl in kleinen Stü-cken als in Pulverform dem Magnet. Seinen Namen hat dasFossil von der Eigenschaft erhalten, vor dem Löthrohr sehrleicht unter bedeutendem Aufblähen zu einer dunkeln Glas-perle zu schmelzen, die von dem Magnet angezogen wird.

Der Tachylyt ist bis jetzt nur in derben, schalen- undplattenförmigen, in unbestimmten Richtungen zersprungenenStücken vorgekommen, welche nicht an allen Fundstätten einegleiche Zusammensetzung zu haben scheinen. In dem Tachy-lyt vom Säsebiihl bei Dransfeld fand Schnedermann (s. Studiendes Gotting. Vereins bergm. Freunde, Bd. 5. S. 100) 55, 74 Kie-selsäure, 12,40 Tlionerde, 13, O o Eisenoxyd-Oxydul, 7, 28 Kalk,5,02 Talkerde, 3, 88 Natron, 0,oo Kali, 0,i 0 Manganoxydul, 2,73Wasser, G. G. Gmelin (s. Poggendorffs Ann. der Phys. Bd. 49 .S. 233) dagegen in dem Tachylyt vom Vogelsgebirge 50, 220Kieselsäure, l, 4 i 5 Titansäure, 17, 839 Thonerde, 8,247 Kalk, 5, issNatron, 3, o Kali, 3 ,374 Bittererde, 10, 2 oe Eisenoxydul, 0, 39 7Manganoxydul, 0,497 ammoniacalisches. Wasser, woraus er fol-gende Formel ableitet: (Ka, N, Ca, Mg, Mn, Fe) 3 Si 2 + Al Si.

Der Tachylyt scheint zuerst am Säsebühl, einer in derNähe von Dransfeld gelegenen Basaltkuppe, so wie im Höllen-grunde bei Münden gefunden worden zu seyn. Auf erstge-