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der schanenburgischen Armee heran. Da vernagelten sie ihreKanonen und flohen dem Grauholz zu.
In Bern hatte Angesichts des drohenden Untergangs diekriegerische Stimmung Alle ergriffen. Der Altschnltheiß Albrechtvon Mülinen stand am Rathhaus Wache, viele jüngere Räthewaren zum Kampf hinausgezogen. Der Schultheiß von Steigerwar im Grauholz, wo er den Tod zu finden hoffte.
Hier stand der General von Erlach mit nur tausend Mann, zweiBataillonen, einer Dragonercompagnie und wenigen Geschützen,Als der Morgen des 5. März anbrach, sagte Erlach zu seinemGeneraladjutanten, dem emigrirten Hauptmann von Varicourt:„Mein Freund, ich sehe die Sonne aufgehen, aber sie wird fürmich nicht untergehen!" Die Stellung seiner Truppen hatte erim „Sand", wo heute das Denkmal steht, so angeordnet, daßnördlich, links von der Straße, das Bataillon von SamuelTillier, rechts von der Straße das Bataillon von Karl GottliebDachselhofer, zwischen ihnen auf der Straße der HauptmannKarl Manuel mit drei Geschützen stand. Die Dragoner desFranz Rudolf von Tavel waren hinter dem Bataillon TillierPostirt. Die zwei Geschütze des Hauptmanns Meßmer standenzu äußerst auf den Flügeln. Der Schultheiß von Steiger suchtedie Mannschaft durch Worte anzufeuern; mehr noch wirkte seineeigene Haltung.
Die Franzosen nahten. Vor ihnen her strömten die Flücht-linge, die auf dem Taselfeld gefochten.
Feuer eröffnet das Gefecht. Von Nutzen erzeigen sich be-sonders Meßmers Stücke, von Lieutenant Bernhard Emanuelvon Rodt und von Wachtmeister Christen befehligt. Als daserstere nicht mehr bedient werden kann, da eine feindliche Kugelden Protzwagen in die Luft gesprengt, eilt Rodt, das andere zucommandiren. Um nicht umgangen zu werden, schwenkt einTheil des Bataillons Tillier gegen Seedorf ab, wird aber ge-worfen. Die Feinde sind im Rücken der Berner. Der Rest des
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