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bezirke getheilt (Pruntrut, Delsberg, Freiberge, Münster, Cour-telary; Biet kam zu Nidau). Schwieriger war die Regelung derDiöcesanverhältnisse eben dieses Jura, des frühern BisthumsBasel. Nicht nur bedurfte es langer Unterhandlungen mit andernKantonen, da der bernische Jura für eine Diöcese zu klein war;es war nöthig, eine Gesandtschaft nach Rom zu schicken; der LuzernerRüttimann und der spätere Schultheiß Emanuel Friedrich vonFischer waren dazu ersehen. Erst nach langen Jahren (1828)wurde ein „Bisthum Basel", bestehend aus den katholischenGemeinden des bernischen Jura, Luzern, Solothurn, Zug, Basel,Aargau und Thurgau mit Residenz in Solothurn hergestellt.
Die Verhältnisse zum Ausland gestalteten sich in der Weise,daß es weniger Bern als die gesammte Schweiz war, die sieunterhielt. Seinen Sitz nahm das diplomatische Corps in Bern.Meist waren es beliebte Persönlichkeiten, die ihre Staaten hiervertraten, der Franzose Graf August Talleyrand, der EngländerStratford Canning, der Preuße Justus von Grüner, der RusseBaron von Krüdener. Nur Talleyrands Nachfolger, der Marquisde Moustiers, erregte durch sein anmaßendes und hochfahrendesWesen oft Anstoß. Umtriebe politischer Flüchtlinge und Aus-schreitungen der Presse waren es meistens, welche die Gesandtenbeschäftigten und die Tagsatzung versprach auf ihrem Gebietenichts zu dulden, was befreundeten Staaten nachteilig sei.
Mit Frankreich, Holland und Neapel wurden wieder Militär-capitulationen abgeschlossen. Die neapolitanische von 1828, welchefür Bern die Stellung des 4. der Schweizerregimenter bestimmte,ist die letzte Kapitulation gewesen. Auch die letzten Schweizerin fremden Diensten sind Männer und Helden gewesen, die sichdurch die Tage von Catania und Messina, des 15. Mai undvon Gaeta verdiente Bewunderung erworben und mancher ihrertüchtigen Offiziere hat nach der Aufhebung der Kapitulationseinen Degen dem Vaterlande gewerht zu dessen Nutz undFrommen.
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