Band 
Erster Band.
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Einleitung.

bringe, die sich während seinen Lebzeiten noch so nachtheilig fürÖsterreich entwickelten, bat er den König Karl VII. von Frankreichum Hülfe. Dieser Antrag kam dem König sehr gelegen, da erso eben auch von Nenat von Anjou, Herzog von Lothringen,gebeten wurde, ihm Hülfe zu leisten gegen die Stadt Metz, aufwelche Karl selbst auch Ansprüche zu haben glaubte. Das Zu-sammentreffen dieser Hülfsgcsuche öffnete ihm den Weg nach derSchweiz, die noch von Frankreich durch Savoyen, Burgund,Lothringen und den Elsaß getrennt war.

Der Zustand Frankreichs war damals sehr gefährdet. DerKönig war nur der Erste unter Seinesgleichen. Jeder seinergroßen Vasallen, die Herzoge von Orléans, von Bretagne,von Burgund, besonders aber der König von England, besaßenJeder einzeln genug Kraft, ihn zu bekriegen, und vereint warensie ihm überlege». Er konnte sich nicht auf ihre Treue verlassenund durfte daher Keinen um Hülfe gegen den Andern anrufen,sondern in seinen Kriegen mit ihnen mußte er seine Zuflucht zuden sogenannten Kompagnien nehmen. So nannte man einemehr oder minder große Anzahl Soldaten, aus allen Nationen „zusammengesetzt, die im Sold und Dienst eines Anführers standen.Dieser führte sie dem Meistbietenden zu, schonte in den Schlachtendas Leben seiner Soldaten, und wenn er abgedankt wurde,plünderten und beraubten die Soldaten die Unterthanen des Herrn,in dessen Sold sie früher standen. Karl war in Krieg verwickeltmit dem König von England; beide Könige hatten solche Kom-pagnien in ihrem Sold, und eben als sie den 20. Mai 1444einen Waffenstillstand mit einander cingiengen, begehrte KaiserFriedrich IV. gegen die Schweizer eine Hülfe von 8000 Ar-magnakcn. ') Auch der Papst Eugen begehrte Hülfe gegen die

-) So wurden sie genannt von ihrem Anführer, dem Grafen von Armagnac;sie selbst aber nannten sich auch Écorcheurs (Schinder). Anton von