Neuenburgisch e Zustände.
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Andere betrachteten es als einen erwünschten Anlaß, die Über-macht von Bern und der Evangelischen überhaupt zu ver-mindern. Noch Andere äußerten, daß, wenn man ein großesHaus, das dem unsrigen vor der Sonne stehe, anzünde, dasunsrige auch Feuer fangen könnte. Wichtige und besorgnißvolleBetrachtungen, die mit einander wechselten über die zu treffendenMaßregeln, über den Abgrund, der sich vor uns offne undüber die Uneinigkeit im Vaterlande, brachten Schwanken undUnentschloffenheit in die Berathungen. Bern konnte wohl vor-sehen, daß der Zeitpunkt des Entscheides noch nicht gekommensei, und gab den Umständen nach; es entwaffnete seine auf-gemahntc Mannschaft und zog seine Besatzung von Neuenburg zurück.
In Neuenburg dauerten die Intriguen fort, und die Contistenwaren aus dem Punkt, ein neues Tribunal zu bilden, welcheszu Gunsten des Prinzen sprechen sollte, als der König vonEngland dem von Frankreich seine Erklärung zu Rpßwick in'sGedächtniß zurückrief, und Hcrwart, sein Gesandter in derSchweiz, nach Neuenburg reiste, eine Protestation gegen einneues Gericht einzulegen. Ein Eilbote Ludwigs XIV. langteden 28. April 1699 in Nenenburg an und rief alle seine dortanwesenden Unterthanen zurück. ,8 )
Der Prinz von Conti forderte noch vor dem Parlamentin Paris von der Fürstin von Orléans 500,000 Livres, welchedie drei Stände von Neuenburg im Jahr 1694, als sie mitder Grafschaft belehnt wurde, ihr zusprachen. Damals lebteMaria von Orléans noch im Eril zu Coutoniers und schriebdarüber an den Venner Willading. Wir theilen diesen Briefin getreuer Kopie mit, weil er die Bildung der hohen Damenjener Zeit bezeichnet und wie wenig Klarheit in dem Kopf dieserFürstin herrschte. I9 )
") Von Chambrier Kap. XX. und XXI. Helvetia VII. 8V - 87, und Tilli'cr IV.
Beilage Nr». III.