Buch >. Kapitel 111.
Stil
änderten sich die Gesinnungen dieses Hofes; Mazarin aberwollte nun, daß der Vorschlag dieser Heiratb von Spanienaus gemacht werde, da er wußte, daß dieses Land ganz erschöpftwar und durch Fortsetzung des Krieges seinem sicheren Ruinentgegengehen würde. Er dachte auf eine List, zu seinem Zweckezu gelangen und schlug dem Herzog von Savoyen vor, daß dieHerzogin mit ihrer Tochter nach Lyon kommen sollte, wohin sichder König auch begeben werde, um wo möglich eine Verbin-dung unter ihnen zu stiften. Sobald ihm die Einwilligung dessavoyischen Hofes zu dieser Reise berichtet wurde, ließ er esunter der Hand in Spanien bekannt machen, und die spanischeRegierung ging in die Falle und sandte ungesäumt einen Ge-sandten nach Lyon, den Frieden und die Heirath vorzuschlagen.Nachdem man vorläufig dort einig war, wurden die weiterenUnterhandlungen in Madrid fortgesetzt, und als es schien, mansei über Alles einig, schlug der spanische Unterhändler Colomavor, die alten Entsagungs.Jnstrumente mit Veränderung derNamen einfach abzuschreiben. Hierauf erwiederte der französischeGesandte von Lionne: „Man müsse doch noch eine Klausel bei-„sügen, an die man früher nicht gedacht habe, die aber sehr„nöthig und gerecht sei." Nach langen Debatten willigte endlichDon Coloma ein, daß dem 4. Artikel des Heirathskontraktesdie Klausel beigefügt werde: „Que moyenant le payement ef-fectif fait à sa Majesté très-chrétienne des dits cinq cens„mille écus d’or sol ( das bedungene Heirathgut) OU leur„juste valeur aux termes qu'il a été ci-devant dit, la dite„Infante" U. s. W-
Der spanische Minister Coloma, welcher die Einrückung dieserKlausel bewilligt hatte, starb, ehe die Trauung stattfand, unddie versprochene Zahlung ward nicht geleistet, welches den Kar-dinal und den Herrn von Lionne sehr freute, weil dadurch dieEntsagung der Königin auf die Erbfolge des spanischen Throns