Band 
Erster Band.
Seite
290
JPEG-Download
 

200

Buch 1. Kapitel IH.

lich vereinigte man sich, noch den französischen Ambassador aus-zuforschen, bevor man einen Entschluß fasse. Er antwortete: „Der„König gebe seine Einwilligung zu der Neutralität, wenn der„Kaiser eS auch thue oder wenn die Eidgenossen sie garantiren„wollen." Da aber der kaiserliche Bevollmächtigte durchaus vonNeutralität nichts hören wollte, hingegen versprach, daß diekaiserlichen Truppen nie auf dem Schweizerboden Post» fassennoch Durchzüge machen werden, so bat man ihn, sein Versprechenförmlich und schriftlich zu geben. 38 ) Nachher bat man denfranzösischen Ambassador, ein ähnliches Versprechen auch vonseinem Hofe zu bewerkstelligen, mit Einschluß des BisthumsBasel und dem Versprechen, daß die Franzosen weder in dasFrickthal einfallen, noch die Städte Rheinfelden, Lauffenburgund Konstanz angreifen werden.

Später besprach man sich über das Truppenbegehren des Kaisers.Die östlichen und evangelischen Kantone waren geneigt, es zubewilligen, damit man gesichert sei vor österreichischen Einfällen,weder die Zufuhr von Lebensmitteln noch der Handel gehemmtwerde und die Zolle in ihrem jetzigen Zustand verbleiben. Hin-gegen besorgten die innern Stände, daß, wenn man diese Truppenbewillige, so werde man Spanien beleidigen, und dann könntentraurige Folgen für die italienischen Vogteien daraus erwachsen,und sie selbst wegen des Absatzes ihrer Käse und ihres Viehesgeschädigt werden, was doch einige Millionen jährlich betrage.Sie bitten, daß man das Interesse der innern Stände auch be-herzige. Für einstweilen wurde über diesen Gegenstand nichtsbeschlossen; hingegen wurde auf den Wunsch des Markgrafenvon Baden-Durlach ihm ein eidgenössischer Repräsentant bewilligtund Zürich beauftragt, den ersten zu ernennen und zu schicken,welcher allemal nach drei Monaten durch einen andern von dem

Siehe Beilage Rro. 10.