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beymLaſttra-gen.
de uinger.
Regeln
Bey derStellung. beyd
der Han. zu geben, ſondern m i 6d hauptſaͤchlich die Haͤnde und Finger. Da dieſe faſt bey allen Verrichtungen zu thun ha-
20 Kap. 4. Von der Stellung der Bilder,
gehen, und die Fuͤſſe ſich kreuzen. Die Beine von Weibsperſonen ſollen ſittſam, undnicht weit auseinander geſtellt werden, ſie moͤgen ſitzen oder ſtehen. Es laͤuft auch wi-der den Wohlſtand, ein Bild gerade vorwaͤrts zu ſtellen, daß man zwiſchen den Beinehindurch ſiehet: Es kann leicht etwas gedrehet werden.
Verſchiedene Maler haben den Uebelſtand bey ſtehenden, liegenden und ſitzendenBildern begangen, daß ſie die Achſel an der Seite, wo die Huͤfte ſich herausgiebt, höͤ-her gezeichnet, da doch gemeiniglich, die Achſel an der Seite, die ſich einzieht, und dieHuͤfte hervortreibt, niedriger iſt. So irren auch manche daß ſie dem Arme, deſſenAchſel die niedrigſte iſt, eine Handlung geben, oder uber ſich reichen laſſen. Um daszu vermeiden, ſoll der Arm der hoͤchſten Achſel allemal die Hauptbewegung verrichten,und uͤber ſich reichen. An derſelben Seite muß der Maler auch die Huͤfte herausgehen,und eben dahin ſich auch, wo moͤglich den Kopf wenden laſſen.
Bey zierlichen Bildern, die keine grobe Arbeit verrichten, ſollen nicht beyde Haͤn-de zu einer Beſtimmung in die Hoͤhe gehoben oder ſonſt angewendet werden, ſondernabwechſeln. Bey den Fuͤſſen iſt eben das in Acht zu nehmen.
Maler haben etwas beſonderes in ſtarken Verdrehungen geſucht, und z. E.eine Figur ſo geſtellt, daß ſie die Bruſt und den Hintern gezeiget, welches einen groſſenUebelſtand verurſachet. Andere zeichnen die Hande und Fuͤſſe unordentlich oderkreuzweis uͤbereinander, ziehen die Fuͤſſe zu ſehr zu ſammen, und was dergleichen Fehlermehr ſind, welche wider die ſchoͤne einfaͤltige Natur laufen, und das Geſicht und denfeinen Geſchmack des Kenners beleidigen.
Siehet ein Bild in die Höhe, ſo muß man das Angeſicht nicht zu ſehr zuruͤck legen,daß die Augen gerade gen Himmel ſtehen. Gleichergeſtalt, wuͤrde es ſchlecht ſtehen,wenn man den Kopf beym Neigen, oder Niederſehen, ſo weit ſinken lieſſe, daß die Ach-ſeln mit dem Nabel in gleicher Linie kaͤmen Den Kopf kann man nicht weiter umkehren,als bis das Kinn an die Achſeln ſtoͤßt. Bey den Haͤnden hat man mehrere Freyheit:nur muß man den Ellenbogen nicht hoͤher beym Aufheben zeichnen, als die Achſel geht.
Menn ein Bild etwas ſchweres hebt, ſo ſetzt es den einen Fuß voraus; der ſtehetfeſt, weil nach den Geſetzen der Schwere die Laſt darauf ruhet, folglich muß er auchfeſt und ſicher geſtellt, der andere aber kann ſchwebender oder gebogener gezeichnetwerden. So kann auch der Fuß an der Seite, wo die Achſel eine Laſt traͤget, nichtſpielen, weil die ganze Schwere darauf ruhet.
Der Schritt eines gehenden Bildes ſoll nicht weiter ſeyn, als daß zwiſchenen Fuͤſſen eines Fuſſes Laͤnge iſt. Die Alten haben ihre Statuen meiſt als ge-hend vorgeſtellt, weil ihnen dadurch eine angenehme Stellung und mehr Action gege-ben wird. Dabey iſt ein anſtaͤndiges Aufheben und Niederſetzen der Fuͤſſe zu beobach-ten, und dem Bilde ein guter Gang mit geraden Leibe zu geben.
Es iſt aber nicht hinlaͤnglich den Armen und Fuͤſſen uͤberhaupt eine gute Stellungan muß auch die Theile derſelben richtig zeichnen. Dahin gehoͤren
Einige
ben, ſo iſt darauf insbeſondre Fleiß zu wenden, daß ſie die gehoͤrige Lage und Bewe-gung zu dem beſtimten Zwecke erhalten. Es beleidiget das Auge ungemein, wenn dieFinger verzeichnet ſind, und dies geſchieht um ſo öfter, je unentberlicher die Finger beyden meiſten Handlungen ſind.Die