Band 
Sechster Band.
Seite
43
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Kap. 15. Von der perſpectiv. 43

von die Spitze im Auge, wo die Strahlen zuſammen laufen, geſucht werden muß.Die zweyte Figur ſtellt das menſchliche Aug im Durchſchnitt vor, das Object iſt hierdurch die Linie CD angedeutet, der Mittelpunet der criſtalliniſchen Feuchtigkeit iſt in A,der Augapfel in B, der rechte Winkel CA D, deſſen Schenkel CA und AD. Weildieſe wegen Enge des Einfalls, oder des Augapfels nicht geſehen werden koͤnnen, ſon-dern nur die Schenkel E A und F A die aͤuſerſten Einfallsſtrahlen ſind, ſo ſieht man dieganze Linie CD nicht deutlich, ſondern nur einen Theil derſelben E F.

Ferner merke man ſich die optiſche Grundregel, was unter einem groſſen Winkel

geſehen wird, das kommt dem Geſicht groͤſſer vor, was aber unter einem kleinen Win-

kel geſehen wird, erſcheinet kleiner, und alles was unter gleichem Winkel geſehen wird,ſcheinet gleich groß.

05 ö 8 Nes.

A

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Drey Linien BC, DE, FC ſind gleicher Groͤſſe. Weil der Winkel D AE aberſchaͤrfer iſt als der Winkel CAB, ſo ſcheint D E kuͤrzer als CB. Der Winkel EAGiſt noch ſpitziger, folglich ſcheinet die Linie P am kleinſten. Daraus erhellet, daßein jeder Gegenſtand deſto kleiner ſcheinet, je weiter er von dem Auge entfernt iſt,weil der Winkel der aͤuſerſten Geſichtsſtrahlen immer ſchaͤrfer wird. Aus eben demGrunde wird klar, warum die Gegenſtaͤnde, welche dem Geſichte nicht gerade gegenuͤber, ſondern ſeitwaͤrts ſtehen, ſich immer mehr verlieren, und auch kleiner ſcheinenmuͤſſen, weil nemlich der Winkel, der aͤuſerſten Geſichtsſtrahlen bey ſolchen Gegen-1238 ebenfalls immer kleiner und ſpitziger wird. Dies erhellet deutlicher aus der4. Figur.

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