und andrer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, ꝛc. 63
denkt, daß man dergleichen Haarſchmuck nach dem Theſeus, Theſeis genennt. Hadri-eg Junius hat von den Haarlocken einen beſondern Tractat geſchrieben, den maney dieſer Gelegenheit nachſchlagen kann.
Pergamus als ein Juͤngling.Nuͤnze von Bronze.Pergamus war ein Sohn der Andromache, welchen ſie mit ihrem andern Gemal Platte.Neo ptolemus, nach dem Tode des Hectors erzeuget. Als er ſich mit ſeiner Mutter nachſien begeben: erlegte er den Koͤnig Arius in einem Zweikampf, eroberte deſſen Reſi-enz Teutrania, und nannte ſie nach ſeinem Namen Pergamus. Die Pergamener1 5 dieſem Helden zu Ehren gegenwaͤrtige Muͤnze gepraͤgt. Er iſt darauf ſehr jungſcher Hart, und mit einem Helme abgebildet, darauf nach Griechiſcher und Trojani-g er Art, lange Pferdehaare herab hangen. Man lieſet auf dieſer Medaille IIEPT AM.ad auf der andern Seite EIII. CTP. III AXAIC NO, das iſt: praeſide lulio0 lone, nebſt einer ſtehenden Figur. Vermuthlich haben ihn die Pergamener in ge-hunt, Waffen vorgeſtellet: und keinen Federbuſch gegeben, weil er ſich bey ſeiner An-mer in Aſien noch nicht durch tapfere Thaten bekannt gemacht hatte. Aus dem Ho-15 erhellet, daß die Helden, je groͤſſer ſie waren, deſto groͤſſere Federbuͤſche trugen.ſchl Upſſes und Diomedes das Trojaniſche Lager auskundſchafteten, trugen ſie nurechte einfache Helme.
Anacreon von Teius.Muͤnze von Bronze.
ner Teius„eine Stadt in Jonien, war der Geburtsort des bekannten, und wegen ſei⸗ Platten.. warten Lieder beruͤhmten Dichters, Anacreon. Man pflegte ihn nur den Tejer
. nnen, worunter allemal dieſer Dichter verſtanden wird. Er wird daher auch auf
ſer Muͤnze nur mit der Umſchrift, Tejos, ohne weitern Nahmen, abgebildet. Der
i en auf derſelben wird Taenia genannt, weil die Haare mit den Spitzen in die Hoͤ-Gehe zen. Viele wollen unter der Art, die Haare aufzubinden, etwas beſondres undeinem divolles ſuchen. Plato der groſſe Weltweiſe, vergleicht den Menſchen mit
5 55 Baum„und glaubt, daß ſo wie deſſen Wurzel den Saft aus der Erde empfaͤngt,gen iſſen die Wurzeln der Haare ihre Kraft von oben empfangen, und ihre Spitzeng Himmel kehren: und daß die Seele aus dem Himmel zu uns gekommen, und von
her ihre Kraft wieder erhalten muͤſſe.
Hyllus.Eine Paſte.G Unter andern Bildniſſen groſſer Leute findet man auch den Hyllus mit jugendlichem platte k.. 0 te, und dem Namen TAAO! in Edelgeſtein geſchnitten. Faber glaubt zwar“
0 ſeinen Anmerkungen, daß es auch Hylas, ein Sohn des Theodamas, den Herculesſehr geliebet, ſeyn koͤnne, und daß das A nach alter Gewohnheit doppelt in dem2 ſtehe. Er iſt aber nicht zu dem Alter gekommen, ſondern jung ins Waſſer ge-85 8 und ertrunken, daher die Fabel entſtanden, die Waſſernymphen hätten ihn ſei-den g chonhett halben geraubet. Wir finden drey, die den Nahmen Hyllus fuhren, beyeiner Ten. Nach dem Suidas war der eine ein Sohn des Hereules umd der Melita,3 Tochter des Fluſſes Egaͤus; er gab einem Volke in Illyrien den Nahmen. Derſuni e wurde dem Hercules von ſeiner rechtmaͤßigen Gemalin Deianita gebohren. Pau-3 meldet, daß Hercules ſeinen Sohn, wegen der Vertraulichkeit, in welcher eremnenals mit der dischen Königin Omphale gelebet, nachmals Hyllus genennet, nachinem Fluſſe, der durch jenes Königreich lauft, und ſich in den Pactolus ergießt. Ei-nem