und andrer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume/ ꝛc. 68
Eine Koͤnigin der Amazonen.a Eine antike Paſte von Glas. 2alt Die Amazonen werden von Strabo, Juſtinus, Oroſius, Diodor, und andern pateten Schriftſtellern, ſo vorgeſtellt, wie gegenwaͤrtige Figur ausweiſet; Mit ausge-mittner rechten Bruſt, um zu den Waffen deſto geſchickter zu ſeyn, und mit einem ge-ognen Schilde, der von ihnen der Mondenſchild genennt wurde. Virgil beſchreibt dieonigin der Amazonen, Pentheſilea, die dem Priamus in der Belagerung von Trojamit ihren Gehuͤlfen ſo tapfer beyſtand, nach einem Gemaͤlde, das im Tempel zu Car-hago hieng, folgendergeſtalt:Ducit Amazonidum lunatis agmina peltisPentheſilea furens: mediisque in millibus ardet,Aurea ſubnectens exertae cingula mammaeBellatrix: audetque viris concurrere Virgo.
Silius Italicus ſagt:
——. dextrumque ferociNuda latus Marti, ac fulgenti tegmine laevumThermodoontiaca munita in proelia pelta.
Was fuͤr eine Amazoniſche Königin durch dieſe nach einer antiken Paſte abgezeichnetegur vorgeſtellt wird, laßt ſich nicht beſtimmen: genug daß die Arbeit daran ſehr
inſtlich iſt, und man daraus abnehmen kann, wie die Kleidung dieſer beruͤhmten Wei-er geweſen.
Alexander der Groſſe.
keil Dieß Bildniß Alexanders mit einem bunten zierlichen Helme, und den Donner-ö en unter dem Halſe, iſt von einer kupfernen Medaille genommen. Gegen dem Ge-chte ſteht ſein Nahme: und auf der andern Seite ein Lowe mit einem Beil, das er em-05 Unten ließt man KOINON, rings herum aber MAKEOO NON, anzu-bericht daß die Macedonier Alexandern zu Ehren dieſe Muͤnze praͤgen laſſen. Plutarchuc tet„daß Alexander von vaͤterlicher Seite durch den Caranus den erſten Macedo-8 185 König, vom Hercules abſtamme: und daher glaubt man, daß die Macedonier50 hren Muͤnzen den Loͤwen und die Keule gebraucht. Der Donnerkeil, ſoll nach ebenteſem Schriftſteller und dem Zonaras, auf den Traum der Olympias, als ſie mit Ale-0 dern ſchwanger gieng, zielen. Es kam ihr nemlich vor, ſie gebaͤre einen Donnerkeil,urch den ein groſſes Feuer, das viele Laͤnder verheeret, entſtanden. Es kann aberauch ſeyn, daß man ihm den Donnerkeil aus einer niedertraͤchtigen Schmeicheley als ei-nem vermeinten Sohn des Jupiters, oder dem als einem irdiſchen Gott der Donner ge-ret, gegeben. Apelles malte ſogar Alexandern mit dem Donner in der Hand.
Platte!,
2.
na Die Greifen, deren man einen auf dem Helm des Alexanders Lebt, ee20 dem Plinius und Pomponius Mela das Gold. Sie ſind in Indien der Sonne
idmet; daher die Indianiſchen Maler ſie vor dem Triumphwagen dieſes Gottesetzen. Claudianus ſagt.
At ſi Phoebus adeſt, et fraenis grypha iugalemRyphaeo tripodas repetens detorſit ab axe.
An dem Triumphbogen des Conſtantinus in Rom ſieht man den Apoll mit ei-nem Dreyfuß, einer Schlange, und Greiffen. Roſinus haͤlt dafür, daß dem Apoll derreif wegen ſeiner Klugheit und Vorherſehung kuͤnftiger Dinge zugeeignet werde.III Sauptth. VI. Band. 30 Viel-