und andern merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, ꝛc. 67
1 Ueberhaupt waren die Sitten der erſten Zeiten zwar etwas roh, doch aber rein,inckanſtelt und ohne Tadel. Lueretia ſpann bis in die Nacht, waͤhrend der Abweſenheit70 Mannes: der Spinrocken und die Pantoffeln der Caia Cäcilia wurden nebſt ihremf Erz gegoſſnen Bildniſſe zum Andenken ihres Fleiſſes und ihrer untadelhaften Auf-uͤhrung in einem Tempel zu Rom aufgeſtellet. Beyde waren aus Koͤniglichem Gebluͤte.
Vielleicht iſt dieſes das Bild jener Gemalin eines beruͤhmten AthenienſiſchenHauptmanns, deren Maͤßigkeit Aelian uns ſo ſehr ruͤhmt: indem er von ihr ſchreibt:0 Sie ihres Mannes Mantel getragen, anſtatt, ein reich geſticktes Tarentiniſches3 anzuziehen. Sie bedeckte ſich mit keinem Schleyer, ſondern gieng ganz ſchlechtehrbar einher. Vielleicht bildet es uns eine von denen ab, die ſich nach den Ge-zen des Seleucus verhalten muſten, vermoͤge welcher keine Frau weder Schmuck vonold noch geſtickte Kleider tragen durfte, wenn ſie nicht fuͤr eine öffentliche liederlicheeibsperſon angeſehen ſeyn wollte.
Antiochus der Groſſe.
Dieſer tapfere Konig, der deswegen auch den Beynahmen des Groſſen erhielt, Plattel.war ein beſtaͤndiger Feind der Römer; daher er unaufhoͤrlich in Kriege verwickelt wur⸗ 85e. Die griechiſchen und lateiniſchen Schriftſteller ſind voll davon, und konnen daruͤ-0 nachgeleſen werden. Er hatte den Hannibal eine geraume Zeit zum Rathgeber:N von Seiten der Roͤmer wurde Scipio Africanus ſeinem Bruder an die Seite geſezt,um wider ihn zu commandiren. Das Bildniß iſt aus goldnen und ſilbernen Muͤnzen,0 Fulvius Urſinus bekannt gemacht hat. Auf einem ſteht ſein Bildniß, und auf dem8 der bloſſe Nahme BASILAE CUT ANTIOXO T. Auf der andern Muͤnze lie-fIOx c den Nahmen mit ſeinem Zunahmen: BAIXEC ZT MELTAAOT AN-1
Archytas.
Das Bildniß dieſes Weltweiſen aus der Stadt Tarent, in groß Griechenland, iſt Platteeiner kupfernen Muͤnze entlehnet, worauf das Wort Archytas deutlich zu leſen war:*unt der andern Seite ſtund ein Fiſch, welchen Tarent, als eine am Meer gelegne und
er Neptuns Schutz befindliche Stadt auf ihren Münzen zum Sinnbilde fuͤhrte.
m Man ſiehet dieſen Weltweiſen auch in einem Karniol beym Urſinus: Er iſt mitden bematiſchen Inſtrumenten als einem Wuͤrfel und Cilinder umgeben, die er erfun-u haben ſoll. Er war ein guter Meßkuͤnſtler, daher Horaz von ihm ſchreibt:
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von
Te maris et terrae numeroque carentis arenaeMenſorem cohibent, Archyta.&c.
Mi 1 einer ſilbernen Muͤnze bey gedachtem Urſinus, welche die Tarentiner einem ihrern uͤrger zu Ehren praͤgen laſſen, trift man ein Bildniß mit den Worten TAPARollevelches einige vielleicht lieber auf den Tarens den Erbauer dieſer Stadt deuten
Münze Es ſieht aber dem andern in Karniol geſchnitten, und unſrer oben 2
d ze in Kupfer weit ahnlicher; daher man ſie auch mit gutem Grunde auf dieſen Ar-hytas deuten kann.
8 Phaedra. 5 5er Kopfputz iſt ſehr ſimpel. Die Haare ſind zuſammen gebunden, und eine lange platte.Locke haͤngt an dem Halſe herab mit dem Nahmen SEIAPA. Phaͤdra war eine Toch-
ter des Königs Minos in Creta, wiewohl andre ſie zur Tochter von deſſen Sohn Deu-(J) 2 calion